Rundbrief Juli 2019

Liebe Freunde, Interessierte und Unterstützer!

Letzte Woche ging unser Sabbatjahr in Uganda zu Ende. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Wedel sind wir in den Urlaub nach Schweden gefahren, so dass der Rundbrief diesmal von ganz woanders zu Euch kommt.
Es war ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen, in dem vieles erreicht, aber anderes auch bis jetzt nicht geklärt werden konnte.
Wir haben gute, treue Freunde und Mitarbeiter gefunden, mit denen zusammen wir wirklich einiges aufbauen konnten, andererseits mussten wir erleben, dass frühere Freunde sich gegen uns gewandt haben, ohne dass für irgendwen ersichtlich wäre, warum.

Mitglieder der Family Group, die regelmäßig kamen, erhalten Mais für die Familie

Sehr schön ist es, zu erleben, wie viele Menschen jetzt zur Family Group am Freitagnachmittag kommen, sich dort Beziehungen vertieft haben und Menschen wachsen konnten.
Nachdem wir in den letzten Wochen geistliche Themen (Vergebung, Gott unser Vater, Dankbarkeit) und Anamed-Unterricht (durch die Teilnehmer des letzten Seminars) hatten, hat jetzt Ronald von Jenga landwirtschaftliche Schulungen begonnen („Farming God‘s Way“), so dass der immer wiederkehrenden Hungersnot hoffentlich etwas entgegengesetzt werden kann. Das fordert Umdenken und Eigeninitiative, was nicht so vielen Menschen im Dorf leicht fällt.

Unser Kindergarten wird von Kindern und Lehrern täglich mit Freude besucht. Es ist ja auch wirklich ein schönes Umfeld, besonders auch Dank Gideon, der den Garten mit großem Einsatz gestaltet. Antje hat begonnen, den Lehren einfache Spiele wie Memory, Mikado und Fädeln beizubringen und sie haben mit großer Begeisterung gespielt! Sie selbst fertigen auch sehr schöne Poster zu Unterrichtsinhalten an. Wir haben versucht Spielzeuge in Mbale zu kaufen, z.B. Plastikbausteine, aber die Qualität ist einfach zu schlecht und die Auswahl sehr gering. Wenn jemand von Euch Spielzeug wie Duplo- der Holzbausteine, einfache Tischspiele, Steckspiele oder Plastiktiere abzugeben hat, würden wir uns sehr freuen.

An einem Tag waren wir zur Hospitation in dem Kindergarten einer Koreanerin in Mbale, von dem alle Lehrer mit neuen Ideen zurück kamen. Inzwischen haben wir die Räume mit sehr schönen Holztischen einrichten können und dazu passenden Plastikstühlen (allein das Beschaffen der Stühle kann hier zu einer echten Vollzeitbeschäftigung werden).

Bisher konnten wir ja erst ein Gebäude mit zwei Gruppenräumen bauen, so dass eine Gruppe sich im Zelt trifft. Deshalb sind wir sehr glücklich und dankbar, dass wir durch Zusagen der „Ernst Prost Stiftung“ und des „Vereins zur Förderung von Kleinprojekten in Entwicklungsländern“ in den nächsten Schulferien mit dem Bau eines zweiten Blocks mit einem Klassenzimmer, sowie Büro, Lager und Mitarbeiterraum und dem Küchenbau beginnen können. Bauleiter wird wieder Aaron Masaba sein, der uns jetzt auch sehr mit administrativen, seelsorgerlichen und beratenden Tätigkeiten zur Seite steht und im Dorf großes Ansehen genießt. Aaron und
seine Frau Jenie haben Mercy mit ihrem Baby aufgenommen, so dass sie jetzt in Mbale einen Kurs im Backen besuchen kann, der ihr hoffentlich hilft, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Ende Mai/ Anfang Juni hatten wir
unseren zweiwöchigen medizinischen Einsatz mit unserem Freund Dr. Christian Linkert (der mit seinem Sohn Johannes kam)
und dem Team eines nahegelegenen Health Centres. Es
konnten an 5 Tagen 485 Patienten
behandelt werden, hauptsächlich Frauen und Kinder. Teilweise kamen die Patienten schon morgens um 5 und um 7 Uhr schickten wir schon welche nach Hause, weil es einfach zu viele waren. Hauptsächlich wurden Malaria, sowie Geschlechts– und Hautkrankheiten behandelt. Also vieles, was mit dem Lebensstil zusammenhängt!

Shenay bei der Registrierung von Patienten

Ganz herzlichen Dank an den VFKE für die Finanzierung dieses Einsatzes!!! An den anderen Tagen fanden gut besuchte Eheseminare mit Christian statt, wir zeigten den Jesus-Film in Lumasaaba und am letzten Tag kam ein großes internationales Gebetsteam von Jenga, was auch viele sehr ermutigt und gesegnet hat.
Überhaupt sind wir sehr dankbar für alle Unterstützung durch Jenga, sowohl geistlich, als auch in
rechtlichen Fragen. Ohne Robby Keen und seine Mitarbeiter hätten wir im letzten Jahr vieles nicht erreichen können.

Im letzten Jahr hatten wir auch viel mehr Zeit mit den Patenkindern und konnten mehr Einblick in ihre Lebens- und Schulsituation bekommen. Oft ist das sehr frustrierend und schwer zu verstehen, was wirklich vor sich geht. Wir haben jetzt fast alle Kinder an einer lokalen privaten Grundschule oder einer lokalen staatlichen Sekundarschule. Jonathan und Antje waren immer wieder im Kontakt mit den Schulleitungen, um zu sehen, wie es unseren Kindern geht. Bei diesen Besuchen zeigten sich Schulleiter und Lehrer natürlich von ihrer besten Seite, aber es gibt eben auch die andere Seite: Trotz staatlichen Verbots werden Schüler geschlagen, mit Rohrstock, regelmäßig und auch völlig ungerechtfertigt. Schüler, die Lugisu sprechen, werden bloßgestellt und teilweise
fällt 50% des Unterrichts aus, weil die Lehrer einfach nicht erscheinen. Kein Wunder, wenn in solchem Umfeld nicht viel gelernt wird und Schüler sich nicht wertgeschätzt fühlen.

Ausflug in den Zoo

Trotzdem ist es schön, wie einige der gesponserten Kinder sich charakterlich, geistlich und sozial entwickeln und auch Verantwortung für andere übernehmen und sich in der Gemeinschaft einsetzen.
Mit 15 Patenkindern, die sich besonders engagiert zeigten, unternahmen wir im Mai einen Ausflug nach Mbale in den Zoo und zum Schwimmen, was für alle ein großes Ereignis war, da sie sonst kaum aus dem Dorf herauskommen.

Amuka-Mitarbeiter vor Ort

Nachdem wir jetzt abgereist sind, übernehmen unsere Töchter Anna-Rahel und Tabea einen Teil der Aufgaben und kümmern sich um Rose und Harriet. Wir sind aber
auch dankbar für unsere Mitarbeiter, die sich sehr einsetzen und ihr Bestes geben. Leider sind sie auch immer wieder unter Beschuss, sowohl von ihren Clans, die meinen sie müssten jetzt sehr viel Geld haben, da sie bei Weißen arbeiten (tatsächlich müssten wir ihnen Amuka-Mitarbeiter vor Ort viel mehr geben für ihre Arbeit, haben das Geld aber selbst nicht) und auch im geistlichen Bereich. Bitte betet besonders für sie!
Soweit von uns… Im Anschluss haben wir Euch einige Briefe von verschiedenen Menschen aus Bunamukheya übersetzt, damit sie mal direkt zu Wort kommen.

Herzliche Segensgrüße,
Orge & Antje Balack


Briefe aus Bunamukheya an Freunde in Deutschland:

Hallo Dr. Chrsitian, wir grüßen Dich im Namen Jesus! Wir – die Familie von Gideon und
Lornah von Amuka- wollen uns herzlich bedanken für die Behandlung während des „Medical Camps“ und für die Ermutigung durch das Wort Gottes und das Ehetraining.
Wir wurden sehr gesegnet und lieben Dich sehr und wünschen, dass Gott Dich segnet,
wo immer du bist! Mit freundlichen Grüßen,
Gideon und Lornah, Amuka, Uganda

Dankesschreiben an meinen Freund,
Ich grüße Dich im Namen unseres allmächtigen Vaters. Ich bin Kimono Lydia, die diesen Brief schreibt und möchte Danke sagen für alle Medizin, die ich bekam. Ich litt an Malaria, aber jetzt bin ich wieder gesund. Vielen Dank, Kimono Lydia

Hallo liebe Freunde in Deutschland und anderen Ländern,
Lobt den lebendigen Gott!
Dies ist Jenipher Wafula von der Amuka Family Group. Ich möchte Euch herzlich
danken für Euren Einsatz, der ganz sicher nicht umsonst war. Möge der Allmächtige
Gott Euch belohnen für Eure Barmherzigkeit, die Ihr uns erwiesen habt. Ihr habt
Orge und Antje unterstützt, so dass sie uns beistehen können in verschiedener Art und
Weise, wie z.B. durch den medizinischen Einsatz. Es gäbe viel zu sagen, aber vor allem:
Gott segne Euch!
Jenipher Wafula

Liebe Sponsorin,
wie geht es Dir?… Ich möchte mich herzlich bedanken für das Bezahlen meiner Schulgebühren, für Workshops an denen wir teilnehmen können, für medizinische
Behandlung und für die Tour zu interessanten Orten wie Zoo und Pool. Ich bin so
glücklich und möchte mich herzlich bedanken, zudem möchte ich Dir fünf Eier schicken
als Zeichen meiner Wertschätzung…
Gottes Segen, Daphine

Lieber Sponsor,
Ich bin Carol, 17 Jahre alt und das 5. von acht Kindern, ich gehe in die 10. Klasse. Der
Grund warum ich schreibe ist, dass ich meine Wertschätzung ausdrücken möchte. Vielen Dank für die Fürsorge, die Du mir seit der Grundschule bis jetzt in der weiterführenden Schule erwiesen hast. Viele andere haben die Schule verlassen, weil sie die Gebühren und Schulmaterialien nicht bezahlen konnten. Vielen Dank für Dein fürsorgliches und einzigartiges Geschenk, das stets pünktliche Zahlen meiner Schulgebühren, denn ich finde die Schule sehr interessant. Ich werde Deine Liebe nie vergessen. Carol

Lieber Sponsor,
Danke für die medizinische Behandlung und das Bezahlen meiner Schulgebühren. Ich
liebe Dich so sehr und wünsche mir, Dich eines Tages in meinem Zuhause zu sehen. Ich gehe gerne zur Schule, liebe Fußball und Mathematik. Gott segne Dich, Emmanuel

Liebe Sponsorin,
…ich bin sehr froh über alles, was Du für mich getan hast, seitdem Amuka in unser Dorf kam. Danke für meine Schulgebühren, für das Bible Club Shopping, für unsere Tour und dass ich mehr über Gottes Liebe lernen kann. Ich habe nichts zu geben, aber ich bete, dass Gott Dich segne und alles was Du mir Gutes getan hast, doppelt zurückerstattet.
Gott segne Dich, Alex

Liebe Freunde von Amuka Deutschland!
…Ich bin wirklich glücklich, gute Freunde wie Euch zu haben, die uns im Gebet und
finanziell unterstützen.
Ich bin ein Lehrer im Amuka Kindergarten und auch im Bible Club. Der Kindergarten
verändert das Dorf positiv, weil die Kinder es genießen an diesem interessanten und
schönen Ort zu lernen. Der Kindergarten hat den Kindern geholfen, die Liebe Gottes zu
ihnen zu erleben. Insgesamt hat Amuka das Leben vieler Menschen in Bunamukheya
verändert durch Aktivitäten wie Hilfe für die Bedürftigen, Heilung für Menschen mit
zerbrochenen Herzen und anderem. Bald werde ich meine geliebte Elizabeth heiraten
und wir brauchen Eure Gebete für eine starke Ehe,…herzliche Grüße, Innocent

Ihr Lieben in Amuka Deutschland,
Ich schreibe im Namen von Amuka Uganda und der Dorfgemeinschaft, um herzlichen
Dank zu sagen für Eure Liebe und alle Taten der Liebe, die Ihr hier zeigt, wir z. B.:
Unterstützung für die Erziehung von bedürftigen Kindern, wie etwa Waisen, die sonst
hätten die Schule abbrechen müssen.
Danke, dass Ihr den Bau des Kindergartens ermöglicht habt mit bisher zwei Klassenräumen und der dritten Klasse in einem grün-gelben Zelt. Danke auch für das
großartige Medical Camp über zwei Wochen mit guter medizinischer Versorgung und
Ehetraining, beides geleitet von Pastor Dr. Christian!
Dank und Wertschätzung von Uganda nach Deutschland, Gott möge Euch belohnen und segnen, Jonathan Khatoko
(Mitarbeiter)

Grüße im Namen Jesu! Ich schreibe als Vertreter von Bunamukheya und möchte Euch
und Familie Balack danken für alle Beiträge in der Hilfe für Bedürftige, Unterstützung
mit Schulgebühren. Danke für medizinische Hilfe für kranke Menschen, Mais, die Amuka Family Group und den Bible Club, Schulungen und Touren.
Danke für den Bau des Kindergartens, der unser Dorf verändert hat und eine gute
Grundlage für Bildung legt.
Danke für jedes Training, das unsere Dorfbewohner von untätigen zu aktiven Menschen verändert.
Dank an Amuka Deutschland, die uns stets finanziell unterstützen, möge Gott Euch
reichlich belohnen!
Mit herzlichen Grüßen,
James Waninda,
(Dorfvorsteher)

Rundbrief Mai 2019

Sei getrost und unverzagt und mache es!
Fürchte dich nicht und lass dich nicht erschrecken!
Gott der Herr, mein Gott, wird mit dir sein und dich nicht verlassen,
bis du jedes Werk für den Dienst im Hause des Herrn vollendet hast.
1. Chronik 28:20

Liebe Freunde vom Amuka!

Der Vorstand des Kindergartens (Orge, Grace, Aaron, Antje, Davis, Robby)

In den letzten Wochen ist so viel passiert, dass wir das Schreiben dieses Rundbriefes immer wieder verschoben haben. Wir sind sehr, sehr dankbar, dass der Bau des Kindergartens jetzt überwiegend abgeschlossen ist. Es hat alles wunderbar geklappt mit Aaron Masaba als Bauleiter, der jeden Tag aus Mbale ins Dorf fuhr, Zementsäcke gezählt hat, Arbeiter ermahnte, Freundschaften im Dorf geknüpft hat und sogar zu Beerdigungen ging, was hier ganz wichtig ist. Er hatte „nebenbei“ etliche seelsorgerliche Gespräche, z.B. im Hinblick auf den Alkoholkonsum einzelner Arbeiter.

Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt, ist der Kindergarten sehr schön geworden, auch wenn wir uns bemüht haben alles recht einfach zu belassen, z.B. haben wir keine Zimmerdecken eingezogen. Wir bedanken uns ganz herzlich für die Unterstützung des „Vereins zur Förderung von Kleinprojekten in Entwicklungsländern“ und der Rotarier aus Stade.

Wächterhaus mit Lagerräumen

Vorerst haben wir ein Gebäude mit zwei Klassenzimmern, ein Wächterhaus mit Lagerraum und alle von der Regierung vorgeschrieben Latrinen gebaut.

Eine kleine Küche wurde erstmal aus übriggebliebenen Pfosten und Brettern gebaut, wie Ihr sehen könnt wirklich „airconditioned“! Nun muss das Ge-lände gestaltet werden, insbesondere müssen Bäume und Gras gepflanzt und ein Spielplatz angelegt werden.

Latrinen für Kinder und Lehrer

Und natürlich müssen die Klassenräume noch mit Möbeln, Matten und Lern-und Spielmaterialien ausgestattet werden.

In Ermangelung eines IKEAs mussten wir uns anderweitig umsehen und stießen dabei auf eine ungeahnte Quelle: Das städtische Gefängnis! Hier werden von Gefangenen wirklich hochwertige Möbel nach eigenen Wünschen zeitnah(!!!) angefertigt und das alles bei sehr qualifizierter und freundlicher Beratung. Es ist nicht erlaubt, mit den Gefangenen Gespräche über ihre persönlichen Umstände zu führen, aber bei ihrem letzten Besuch dort konnte Antje ein Interesse an Neuen Testamenten feststellen. Wir haben einen „Probetisch“ anfertigen lassen, dazu kommen dann jeweils Plastikstühle für 5 Kinder, so dass eine Sitzgruppe je 45€ kosten wird.

Provisorische Küche

Alle geplanten Anschaffungen und den Bau des zweiten Blocks mit Büro/ Lehrerzimmer und dem dritten Klassenraum werden wir durchführen, sobald Geld dazu zur Verfügung steht.

Eine Tisch- und Stuhlgruppe

Wir sind sehr froh, dass diese neuen Gebäude nicht allein dem Kindergarten dienen werden, sondern der gesamten Dorfgemeinschaft. Die Dorfbewohner sind sehr stolz und dankbar, dass es jetzt in ihrem Dorf so schöne Gebäude gibt, das ist für sie ein ermutigendes Zeichen, dass Entwicklung geschieht. Für morgen (7.5.2019) haben wir den Umzug vom alten Projektgelände in den Kindergarten geplant. Wir werden das alte Gelände ganz aufgeben, da es finanziell gesehen nicht sinnvoll ist, zwei Standorte zu haben (z.B. braucht man immer auch Wächter) und da das Land dort nicht uns gehört. Somit werden der Bible Club und die Family Group dann auch auf dem neuen Gelände stattfinden.

Ende April hatten wir schon den ersten Workshop für Vorschullehrer aus 13 umliegenden Schulen in den neuen Räumen. Dazu kam Heidi von CFI (Christliche Fachkräfte International) aus der Nähe von Kampala für zwei Tage zu uns und unterrichte insgesamt ca. 40 Lehrer. Durch ihre Erfahrungen mit den 300 Kindergärten in Luwero, die von ihr betreut werden und ihre sehr wertschätzende Art, war Heidi eine große Bereicherung für alle und es wird gewünscht, dass sie wieder kommt.

Im letzten Rundbrief hatten wir ja geschrieben, dass wir für unsere Jugendlichen handwerkliche Ausbildungsmöglichkeiten suchen. Jonathan Khatoko und Antje sind herumgefahren und haben zwei potentielle Schule gefunden, eine von Amerikanern aufgebaut, eine von Briten. Wen von unseren Jugendlichen wir letztlich zur Ausbildung schicken werden, ist zur Zeit noch nicht klar, da wir von ihnen auch die Bereitschaft erwarten, sich zu ändern und gutes Verhalten zu zeigen.

Leider haben wir das Problem, dass ein Teil unserer Jugendlichen mit Eltern aufgewachsen ist, die Alkohol brauen und so selbst immer wieder trinken. Zwei von ihnen wurden besonders an unserem benachbarten Drinking Place gesehen. Wir haben immer wieder mit ihnen geredet und sie ermutigt, einen anderen Weg einzuschlagen. Dann sahen Jonathan und Antje eines Tages den Lehrer einer dieser Schulen
ebenfalls dort sitzen!! Menschlich gesehen kann man da nicht viel Hoffnung auf Veränderung in dieser Gegend haben, da das Problem des Alkoholismus sich so durch alle Bevölkerungsgruppen zieht, vom Ungeborenen über Alkohol-brauende Mütter und trinkende Väter bis zu den Ladenbesitzern, die unter der Theke Hochprozentiges verkaufen. Vor zwei Monaten haben wir zusammen mit einigen Mitarbeitern und Dorfbewohnern eine Gebetsgruppe begonnen, die sich durch Gebetstreffen und Hausbesuche bei Interessierten für eine geistliche Erneuerung einsetzt.

Tabitha

Gestern wurde Derrick Bwayo, eines unserer langjährigen Patenkinder, beerdigt. Er war gehörlos, spastisch gelähmt und wie wir immer mehr feststellten, geistig sehr eingeschränkt. Von seiner Mutter wurde er verstoßen. Woran er letztendlich starb, ist nicht wirklich klar. Seine Verwandten brachten ihn zwar ins Krankenhaus, aber es war nichts mehr zu machen. Bei der Beerdigung traf Antje Tabitha, die vor drei Jahren mit Hilfe von Amuka an einem Hirntumor operiert wurde.
Sie leidet seitdem unter Einschränkungen im Sehen, Hören, Mimik und Gehen, aber immerhin steht ihr Mann zu ihr und vor zwei Jahren bekam sie ihr drittes Kind.

Die nächsten Wochen werden für uns weiterhin sehr herausfordernd sein. Zwar wird Orge wohl nicht mehr ständig zum Bankautomaten laufen müssen, um Baugelder abzuheben, aber dafür wird er sich mit einem Budget für die Schule befassen müssen, d.h. herausfinden, wie wir mit den begrenzten, monatlich zur Verfügung stehenden, Spenden Gehälter bezahlen und den Kindergartenbetrieb aufrecht erhalten können. Außerdem muss unsere Solaranlage vom alten zum neuen Gelände mitgenommen werden und es stehen etliche administrative Aufgaben an.

Der zweite Term des Kindergartens beginnt am 27. Mai, bis dahin muss alles vorbereitet sein u.a. muss noch ein Schulleiter gefunden werden. Für den 28. Juni planen wir dann die offizielle Einweihung mit Vertretern aus dem Distrikt und einer Abgeordneten des ugandischen Parlaments.
Sehr freuen wir uns auf den Besuch unseres langjährigen Freundes Christian Linkert und seines Sohnes Johannes, die Ende Mai für drei Wochen kommen wollen.
Christian arbeitet seit 20 Jahren als Arzt und Pastor an den Flüssen des peruanischen Urwaldes und hat somit sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet der Tropenmedizin.

Über zwei Wochen planen wir ein medizinisches und geistliches Programm u.a. mit Hilfe eines Teams von JENGA und Unterstützung des Direktors eines lokalen Health Centers. Da wir so etwas noch nie gemacht haben, ist das eine riesige Herausforderung!

Agnes und Mary beim Herstellen von einer Salbe beim anamed Seminar

Orge hatte letzte Woche die Möglichkeit an einem anamed-Seminar in Semuto, nördlich von Kampala teilzunehmen, das von Martin Ebeling aus Wedel gesponsert und von Samuel Bawala organisiert wurde. Orge fuhr dort zusammen mit zwei Frauen und einem Mann aus unserer Family Group hin, die seit Jahren aktiv sind und auch schon einige Erfahrung mit Heilpflanzen haben. Alle haben sehr davon profitiert und bedanken sich ausdrücklich bei Martin. Wir hoffen, sie werden ihr Wissen in Zukunft in der Gruppe weitergeben.

Wir freuen uns auch, wenn wir von Euch aus Deutschland und sonst wo in der Welt hören.

Vielen Dank für alle Unterstützung und Gebete!

Liebe Grüße
Eure
Antje & Orge

Rundbrief Februar 2019

Liebe Freunde von Amuka!

Diesen Rundbrief schreiben wir während unseres kurzen „Heimataufenthaltes“ in Wedel. Die letzten Wochen in Uganda waren nicht nur „heiß“ in Bezug auf die Trockenzeit, sondern auch die Landfrage und der Bau des Kindergartens kamen in eine heiße Phase. Während wir ja in der 2. Hälfte des letzten Jahres immer wieder lernen mussten, an Gottes Zusagen festzuhalten, Geduld zu haben und nicht zu zweifeln, haben sich nun ganz konkrete Schritte ergeben. Der Landvertrag wurde unterschrieben und die Vermesser waren vor Ort. Nun erfolgt die Überschreibung des Grundstücks an die britisch-ugandische Nichtregierungsorganisation JENGA, von deren Direktor Robby Keen wir schon seit Jahren unterstützt werden und mit der wir in Zukunft enger zusammenarbeiten wollen. Das gibt uns Rechtssicherheit, geistliche und fachliche Unterstützung und Hilfe in administrativen Angelegenheiten. 
Wie das genau aussehen wird, muss in den nächsten Monaten geklärt werden.

Baubesprechung mit Aaron, Robby, Allan und Orge

Die letzten Wochen waren gefüllt mit Meetings mit Robby, sowie dem Pastor Bauunternehmer und Berater Aaron, den wir auch schon lange kennen und Allan, einem jungen Bauingenieur. Es ging darum, die Bauzeichnungen nochmal zu überarbeiten (d.h. vieles zu vereinfachen) und Kosten anzupassen.

Erste Ziegelsteine

Kaum sind wir in Deutschland angekommen, schickte Aaron uns schon erste Fotos von gelieferten Ziegelsteinen und Sand zu, so wie dem Aushub der Latrinen. Diese Arbeiten sollen möglichst vor Einsetzen der Regenzeit erfolgen, wenn schwere Laster nur noch schlecht durchkommen.
Wir haben also Hoffnung, dass der Betrieb des Kindergartens ab dem 2. Term im Mai in eigenen Räumen stattfinden kann!

Zum 1. Term haben wir erstmals Kinder ordentlich mit Anmeldeformular registriert und deutlich gemacht, dass wir die Zahlung der geringen Gebühren erwarten (5€ + 5kg Mais pro Term) und es klappt erstaunlich gut, wenn auch nicht reibungslos.

Innocent unterrichtet in der Vorschule

Wir haben jetzt ca. 50 Kinder in drei Klassen, sowie drei Lehrer. Innocent, der mit Unterstützung eines Sponsoren seine Ausbildung gemacht hat, ist neu dazu gekommen.
In Bezug auf die Patenkinder hat es einige Umbrüche gegeben. Sie waren auf viele verschiedenen Schule verteilt, was es unmöglich machte, sie alle im Auge zu behalten, vor allem in den Stadtschulen. Jetzt unterstützen wir nur noch Kinder auf lokalen Schulen: Einer privaten Grundschule (St Michael) und einer staatlichen Sekundarschule (Kimaluli High).

Kinderprogramm im Bible Club

Das fanden etliche nicht gut, einige sind durch die Neuerungen auch ausgefallen, aber es macht die Zusammenarbeit mit den beiden Schulen viel leichter und es verhindert, dass wohlhabendere Familien um Patenschaften nachfragen, die das zusätzliche Geld gerne nehmen möchten, aber deren Kinder kaum im Dorf leben.
So unterstützen wir vor allem solche Kinder, die ohne die Patenschaft evtl. gar nicht zur Schule gehen würden.
Man muss allerdings auch zugeben, dass lokale Regierungsschulen einfach nicht gut sind: Im letzten Jahr hat an den beiden naheliegenden Grundschulen nicht ein Schüler den Abschluss nach der 7. Klasse bestanden! Bei St. Michael hingegen bestehen in der Regel alle.

Für eine Anzahl Jugendlicher (teils funktionale Analphabeten) benötigen wir zudem Ausbildungskurse im Handwerk. Solche „Vocational Instituts“ sind nicht in direkter Nähe und das Besichtigen der Klassenräume / Werkstätten ist eher ernüchternd.
Bessere Schule an anderen Orten mit Internatsunterbringung sind dann gleich wieder sehr teuer. Bisher haben wir noch keine Lösung gefunden, sind mit Hilfe unseres Mitarbeiters Jonathan aber auf der Suche.

Sehr schön war, dass im Januar vier junge Leute (George, Alex, Collin, Marsden) in Jinja am Nil im Youth Camp „Transformation of the Heart“ waren. Sie kamen alle strahlend und teilweise ganz verändert zurück und erzählten von ihrer erneuerten Beziehung zu Gott als Vater. George hat sich sogar bei seinem Großvater und beim Dorfchef für sein schlechtes Verhalten entschuldigt. Wir hoffen, dass sich die Zeit dort auf ihr Leben nachhaltig auswirkt und ihnen hilft, gute Entscheidungen zu treffen.

Der Sparverein

Unser Bible Club am Samstagvormittag wird sehr gut angenommen, es kommen jeweils gut 100 Kinder und Jugendliche. Es klappt sogar ganz gut, mit dem Beginn um 10:00 Uhr, da wir dann pünktlich den Porridge servieren. Ab März plant Antje mit den Jugendlichen die Themen Sexualität und Beziehungen durchzunehmen, wozu wir von „Teenstar“ gute Arbeits bücher als Vorlage bekommen haben.

Job mit seiner Tante

Auch die „Family Group“ am Freitagnachmittag hat immer mehr Teilnehmer, zuletzt waren es über 60. Am letzten Freitag vor unserer Abreise hatten wir eine Referentin aus den USA, die von ihrem Weg aus der Alkoholabhängigkeit berichtet hat. Das war für alle sehr bewegend und hoffentlich ein Anlass, für den einen oder anderen selbst Veränderung anzustreben. Davis und Jonathan haben eine neue „Saving Group“ (Sparverein) gestartet, die die Teilnehmer dazu anhält etwas Geld zu sparen und sich gegenseitig Kredite zu geben.

Sam mit seiner Mutter

Solche Gruppen sind sehr erfolgreich und helfen den Sparern tatsächlich in finanziellen Engpässen.
Im letzten Rundbrief hatten wir von dem kleinen Job geschrieben, der so unterernährt war. Seine Tante war mit ihm bei einer netten Ärztin zur Beratung, er bekommt von uns regelmäßig Milch – und die Veränderung ist sehr deutlich!


Joshua in seinem neuen Stuhl

Mit Daphins Bruder Sam war Antje in einer Klinik in Mbale, wo seine Wunden von zwei amerikanischen Kinderärztinnen gründlich untersucht wurden und sie vermuteten eine MRSA Infektion. Nach guter Behandlung mit hochwirksamen Medikamenten sieht es viel besser aus. Es bleibt abzuwarten, ob die Erreger ganz verschwunden sind.
Der kleine Joshua mit Hydrozephalus hat einen orthopädischen Stuhl bekommen, so dass er jetzt nicht mehr immer nur auf dem Boden liegen muss.
Als Familie sind wir vor zwei Monaten in Mbale in ein anderes Haus gezogen, dass Robby uns organisiert hat. Dafür sind wir sehr dankbar, denn es liegt günstiger als die Farm, direkt neben Shenays Schule und näher am Stadtzentrum. Außerdem haben wir dort einen sehr netten Wächter, dem es Freude macht, Antje in der Lokalsprache Lugisu zu unterrichten, wozu nur leider meistens die Zeit fehlt.

Rose und Harriet

Anna-Rahel ist weiter damit mit beschäftigt, die Adoption von Harriet voranzutreiben. Leider hat sich endgültig herausgestellt, dass Tabea zu jung ist, um Rose zu adoptieren, so haben wir uns entschieden, das zu tun, da wir sie auf keinen Fall wieder weggeben wollen. Allerdings ist das alles sehr schwierig und es lässt sich überhaupt noch nicht sagen, wie und wann das klappen wird. Es müssen wirklich einige Wunder geschehen!

Mit herzlichem Dank für Eure Unterstützung, ohne die das alles nicht möglich wäre und Dank an alle, die uns treu im Gebet unterstützen!

Eure Orge & Antje

P.S.: Noch ein Nachtrag zum Bau: Wir hatten geplant, erstmal „nur“ ein Gebäude mit zwei Klassenzimmern, die Latrinen und das Wächterhäuschen zu bauen, da wir bisher nicht mehr Geld zusammen haben. Ein weiteres Gebäude mit einem Klassenraum und Büro/Lehrerzimmer sowie die Küche wollen wir später bauen. Heute war Orge bei der Mitgliederversammlung des „Vereins zur Förderung von Kleinprojekten in Entwicklungsländern“ (VFKE), der schon Geld für die Latrinen zugesagt hat. Heute bekamen wir eine weitere Zusage über 8000€ für ein weiteres Klassenzimmer.
Das ist eine große Ermutigung für uns! Vielen Dank, liebe VFKEler!