Rundbrief Dezember 2020

Das Volk, das im Dunkeln wandelt, sieht ein helles Licht.
Jesaja 9:1

Liebe Freunde von Amuka!

Zum Ende des Jahres 2020 nun wieder Nachrichten direkt aus Uganda!

Im Oktober hatten wir den Eindruck, dass ich (Antje) eine Reise planen sollte. Nach einigem Hin und Her mit den Flugbuchungen, weil immer wieder Flüge gestrichen wurden, bin ich dann am 17.11. geflogen, ohne wirklich zu wissen, was mich bei der Einreise erwartet. Die verlief aber fast wie immer, außer dass ein Gepäck nicht ankam.

Ich habe dann erst mal fünf Tage in Jinja am Victoriasee auf dem Prayer Mountain (Vision for Africa/ Maria Prean) verbracht. Falls ich in Quarantäne gemusst hätte, wäre das meine „Hoteladresse“ gewesen.
Dort war es wunderschön, mit tollem Blick auf den See, vielen Begegnungen und Zeit zu Gebet.

Als ich dann schließlich in unserem Dorf ankam, fand ich alles gut organisiert vor und besonders Rose und Harriet freuten sich sehr und weichen nicht mehr von meiner Seite.

Es gibt zwar etliche Corona-Regeln hier, aber die Umsetzung ist eher schwach.
Wir kontrollieren bei Mitarbeitern und Gästen am Eingang die Temperatur und Hände müssen gewaschen werden. Unsere „Family Group“ mit insgesamt ca 150 Teilnehmern haben wir auf zwei Tage aufgeteilt, aber das Sitzen mit Abstand und das korrekte Maskentragen sind irgendwie nicht zu vermitteln. Allerdings sind die von der Regierung ausgegebenen Masken auch sehr dick und rutschen leicht.
Auch unser Vorhaben, uns nur draußen zu treffen, ist nach mehreren Versuchen gescheitert, da das Zelt und die Erweiterung durch eine Plane durch Wind und Starkregen immer wieder einstürzten. Nun müssen wir über ein festes Dach nachdenken.

Auf jeden Fall sind alle Teilnehmer sehr glücklich, sich wieder treffen zu können. Letzte Woche haben unsere vier Lehrer über die Entwicklungsstadien von Kindern gesprochen.

Die Empfänger der Nahrungsmittelhilfe im Frühjahr sind sehr dankbar dafür, es hat ihnen wirklich geholfen!

Insgesamt sind die Menschen hier schon sehr verunsichert, wie wohl überall auf der Welt. Nur, dass es hier eben auch zu vermehrtem Trinken, einem Anstieg der Teenager-Schwangerschaften und Abbruch der schulischen Ausbildung bei vielen geführt hat.
Bisher gehen nur die Abschlussklassen wieder zum Unterricht.

Besuch von Samuel und Freunden

Letzte Woche kam Samuel Bawala, der ja eigentlich bei uns in Deutschland wohnt, mit zwei Freunden vorbei und wir hatten eine gute Zeit mit dem Team, das sehr ermutigt wurde.
Außerdem hatten wir ja eine Anfrage der benachbarten Grundschule, ob wir uns am Bau neuer Klassenräume beteiligen können, da mehrere eingestürzt waren.
Vom VFKE erhielten wir eine Zusage für Unterstützung, doch es war uns wichtig, dass auch die Dorfgemeinschaft sich beteiligt.

Finanziell ist da eher nichts zu erwarten, aber alle hier können Ziegelsteine herstellen. Mit Unterstützung von Samuel (die Ugander hören da eher auf ihre Landsleute als auf Weiße) konnten wir das School Committee davon überzeugen, dass ohne Eigenleistung nichts passieren wird. Und siehe da: Nur fünf Tage später liegen schon die ersten Ziegelsteine auf dem Schulhof!

Zu Besuch bei Rachel und ihrem Sohn

Letzte Woche war ich dann mit Rosie und Harriet in Mukono, wo wir die 16jährige Rachel aus unserer Jugendgruppe in einem Mutter- Kind- Haus besucht haben. Es geht ihr und ihrem kleinen Sohn Jotham soweit gut, nur leider hat das versprochene Programm für die Teenager- Mütter noch nicht begonnen und so ist ihr Leben recht eintönig dort.
Ganz plötzlich hat sich dann in der Woche auch noch unsere Lehrerin für die 1. Klasse verabschiedet, ohne dass sie Gründe nannte. Das passiert leider immer wieder hier. So müssen wir jetzt wieder neu suchen.
Wir gehen davon aus, dass alle Schulen Ende Januar nach den Wahlen wieder öffnen.

Die Entwicklung im Team ist insgesamt erfreulich, viele entwickeln sich weiter und bringen sich im Team ein und setzen sich auch oft in Familienkonflikten im Dorf seelsorgerisch ein.

Die Situation in der Dorfgemeinschaft ist eher frustrierend, die Hauptprobleme sind immer wieder Alkoholismus und Eifersucht. Letzte Nacht wurde die Kuh unseres Wächters Jimmy mit einem Messer am Bein verletzt, einfach so.
Auch seine Hühner wurden schon vergiftet und ein Schwein verletzt. Solche Dinge passieren regelmäßig. Manchmal sind die Ursache Streitigkeiten, aber das ist bei Jimmy eher unwahrscheinlich, weil er sich gar nicht mit anderen streitet.
Es wäre wirklich ein Segen, wenn wir wüssten, was helfen würde, diese Eifersucht, Angst vor bösen Geistern und besonders auch, dass starke Trinken zu bekämpfen. Vielleicht ist es nötig, dass die verschiedenen Kirchen da an einem Strang ziehen und sich zusammen tun.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Euch allen für die treue Unterstützung, die es besonders auch in diesem außergewöhnlichen Jahr möglich machte, die Arbeit weiterzuführen und noch mehr Menschen Hilfe zukommen zu lassen.

Wir wünschen Euch frohe Weihnachten und Gottes reichen Segen für 2021.
Eure Orge & Antje Balack

Das Amuka-Uganda-Team

Rundbrief Mai 2020

Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist.
Matthäus 25:35

Milishana und ihr Enkel erhalten
Maismehl, Bohnen und Seife

Liebe Amuka-Freunde!

Schon hier in Deutschland hat die Corona-Pandemie etliche negative Auswirkungen auf unseren Alltag bis hin zu gesundheitlichen Schäden, dies trifft aber umso mehr auf die ärmeren Länder zu. Uganda ist nach wie vor gar nicht so sehr vom Virus selbst getroffen, aber sehr wohl durch den schon zwei Monate andauernden Lockdown.
Im Abstand von 14 Tagen werden wir diese Woche zum 3. Mal für 190 bedürftige Familien die Lebensmittelhilfe durchführen. Die Menschen im Dorf sind sehr dankbar für diese Unterstützung und so möchten wir Euch den Dankesbrief unseres Dorfchefs weiterleiten:

<< Ich grüße Euch im Namen unseres Herrn Jesus Christus mit 5. Mose 4:31:
„Denn der HERR, dein Gott , ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen“
Ich schreibe diesen Brief im Namen der Dorfgemeinschaft mit dem Wunsch, mich bei AMUKA Deutschland für die Unterstützung in dieser schwierigen Zeit mit COVID-19 zu bedanken. Viele Aktivitäten wurden von AMUKA in den Bereichen Gesundheit, Hygiene und Aufklärung über Corona durchgeführt, sowohl von den Mitarbeitern als auch von der Jugend. Außerdem wurden Lebensmittel und Seife an die Bevölkerung verteilt.
Danke auch für die Unterstützung für Lawrence und David (*) und für die Hilfe, die ich erhielt, um aus dem Gefängnis freizukommen (**).
Wir beten für Euch und Eure Familien und AMUKA Deutschland.
Möge der allmächtige Gott Erbarmen mit uns haben, mögt Ihr seine himmlischen Segnungen sehen, und möge er Euch Euch reichlich belohnen. >>
James Waninda (Dorfchef, BunamukheyaI)

(*) David und Lawrence sind zwei Jungen, die von ihren Familien im Stich gelassen wurden. Um sie aus einem Umfeld heraus zu holen, das ihnen schadet, konnten wir sie vor einigen Jahren in das Internat einer amerk. Organisation vermitteln, 3 Stunden entfernt. Sie wohnen in den Ferien bei James.
(**) Im Februar wurde James inhaftiert, da er eine Schuld nicht beglichen hatte; wir haben ihm mit einem Kredit geholfen, so dass er entlassen wurde.

Unser Gärtner Gideon und Yusuf nutzen die Zeit ohne Kindergartenbetrieb, um sich um den Heilpflanzengarten zu kümmern und legen neue Beete an. Unsere vier Lehrer dagegen besuchen bedürftige Menschen in den umliegenden Dörfern, bieten praktische Hilfe bei der Hausarbeit an, erklären die Anwendung von Heilpflanzen und beten mit den Menschen.

Große Sorgen macht uns die 16-jährige Rachel, die schwanger ist und letzte Woche mit schwerer Malaria und anderen Problemen von unserer Lehrerin Lornah ins Krankenhaus gebracht wurde, wo sie drei Tage bleiben musste. Malaria in einer Erst-Schwangerschaft ist oft sehr viel gefährlicher als normalerweise.
Ihre Eltern sind mit der Situation überfordert und so sind wir sehr dankbar, dass Lornah ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Wegen Rachels jungen Alters und der vielen Komplikationen, handelt es sich um eine Risikoschwangerschaft und wir müssen uns überlegen, wie ihr eine sichere Entbindung ermöglicht werden kann.

Wie sind sehr dankbar für Eure treue Unterstützung, gerade auch in dieser Zeit!
Danke für alle Gebete und finanzielle Hilfe, um die Arbeit weiterzuführen!

Gottes Segen und gute Gesundheit für Euch alle, von Orge & Antje Balack

Rundbrief Ostern 2020

In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Johannes 16:33

Liebe Freunde von Amuka!

Im Moment kann man sich ja kaum noch vorstellen, dass das Jahr „ganz normal“ anfing, mit Programmen, die viele Menschen auf einmal zusammen brachten.

Am 3. Februar begann das neue Schuljahr, diesmal mit vier Gruppen, d.h. zu den drei Kindergarten-Gruppen der 3-bis 5-jährigen kam noch die 1. Grundschul-Klasse dazu.
Somit hoffen wir, die Kinder dann mit grundlegenden Schreib- und Lesefähigkeiten ab Klasse 2 zu umliegenden Grundschulen schicken zu können. In die neue
Baby-Class haben wir 25 Kinder aufgenommen, allerdings hatten wir etwa doppelt so viele Anfragen.

Am 20. März wurden dann auch in Uganda alle Schulen und Kindergärten geschlossen. Dort sind die landesweiten Maßnahmen noch viel strikter als in Deutschland: Neben der Schließung aller non-food shops, wurden auch alle Verkehrsmittel verboten, einschließlich privater PKW! In Mbale darf man auch nicht mehr zu Fuß in andere Stadtteile gehen. Durch diese Maßnahmen verlieren natürlich etliche Leute, die nur von der Hand in den Mund gelebt haben, ihre Lebensgrundlage und das in den Monaten April bis Juni wo sowieso jährlich Hungerzeit ist.

Bis Mitte März hatten wir noch volles Programm in Amuka: Jeden Freitag die „Family Group“ mit verschiedenen Themen, u.a. über Hühnerhaltung, um den Dorfbewohnern neue Wege zur Einkommensverbesserung zu eröffnen, und Antje hatte einige Bibelarbeiten über „Leiden“, wo alle auch sehr aktiv beteiligt waren. Auf Wunsch der Mitglieder wurden für „treue“ Teilnehmer blaue T-Shirts mit Amuka-Logo und dem Bibelvers aus Lukas 18:27 „Was bei den Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott“ bedruckt.

Der Bible Club erfreute sich auch großer Beliebtheit, bis zu 270 Kinder kamen jeden Samstag. Wir wissen gar nicht, wie wir diese große Zahl an Kindern weiterhin unterrichten können, denn gute Lehrer (Freiwillige) zu finden ist zum einem nicht leicht, zum anderen sind auch unsere Klassenzimmer nicht groß genug.

Die Herzoperation von Abraham musste wegen des ganzen Lockdowns natürlich auch verschoben werden. Herzlichen Dank an alle Spender – wir haben die erforderliche Summe zusammen!!

Anfang Februar kam Annette Schumacher von der Allianz-Mission für eine Woche zu uns zu Besuch, was für alle ein echter Segen war. Sie hat über 25 Jahre Erfahrung in Tansania, insbesondere im Bereich Natürliche Medizin (anamed) und hat uns allen so einiges beibringen können, wie hier auf dem Foto die Herstellung von Ingwer-Chips. Insgesamt hat Annette alle Mitarbeiter sowie Orge und Antje sehr ermutigt und motiviert! Leider musste sie für die Anreise von Tansania nach Bunamukheya – bei ca. 400km Luftlinie etwa 2000km Reiseweg zurücklegen, wegen des „unpassierbaren“ Victoriasees zwischen den beiden Ländern.

Eigentlich hatte Antje geplant am 19.04. wieder nach Uganda zu fliegen, aber heute kann natürlich keiner sagen, wann das nun klappen wird. Wir stehen aber trotzdem in täglichem Kontakt mit dem Team vor Ort und überlegen, wie wir am Besten helfen können. In dieser Woche hat Jonathan mit Jugendlichen angefangen, Tiptaps zum Händewaschen zu bauen, um die Hygiene zu verbessern. Außerdem haben wir uns entschieden, in etwa zwei Wochen eine Nahrungsmittelhilfe für 200 Familien in den umliegenden Dörfern zu starten, um die Verknappung durch die aktuelle Hungerzeit und Corona-Krise ein wenig aufzufangen. Das ist nicht einfach, da ja Transportmittel nicht ohne Weiteres zur Verfügung stehen, das Ganze pro Woche 500€ kosten wird und es – durch die Lagerung von Mais und Bohnen – auch zu einem Sicherheitsrisiko für unsere Mitarbeiter werden kann. Bitte bete da mit um Weisheit und gute Durchführung!

Zum Schluss möchten wir nochmal Euch allen ganz herzlich DANKE sagen für Eure treue und vielfältige Unterstützung, die uns immer wieder eine große Hilfe und Ermutigung ist!
Wir wünschen Euch gesegnete Ostern! Der HERR ist auferstanden!

Eure Orge & Antje Balack

PS: Wir haben noch einige Pakete fairen „ZUKUKA BORA“ Kaffee (gemahlen) aus Uganda; bitte meldet Euch, wenn Ihr welchen haben möchtet (250g/6€)