Rundbrief Dezember 2019

Ich, der HERR, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien.
Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!
Jeremiah 29:11

Liebe Freunde von Amuka!

Beim Anblick dieser beiden Kinder kam mir in den Sinn, dass sie beispielhaft für so viele Menschenleben in Uganda stehen: Die beiden wirkten so hoffnungslos und verdreckt, dass man sich einfach keine gute Zukunft für sie vorstellen kann. Im Widerspruch dazu steht auf dem T-Shirt des Jungen: I can change the world. Wir erleben beides immer wieder, dass Menschen die von Gott gegeben Chancen anpacken und ihr Leben zum Besseren verändern, andererseits scheinen viele es nicht zu schaffen, Verantwortung zu übernehmen und verbauen sich damit jede Chance.

Die heftigen und andauernden Regenfälle in den letzten Wochen haben den Alltag sehr beeinträchtigt, da die Straßen oft kaum passierbar waren. So nass haben wir es noch nicht erlebt und etliche Menschen in Ost-Afrika verloren ihre Ernte oder sogar ihr Leben. Auch unsere Aktivitäten wurden durch den Regen immer wieder beeinträchtigt, glücklicherweise musste aber nichts ausfallen. Mit allen Gruppen haben wir auch Weihnachtsfeiern gehabt, was bei allen große Freude ausgelöst hat. Besonders wichtig ist in Uganda ja immer das Essen bei solchen Feiern!

Bible-Club Weihnachtsfeier; im Vordergrund der herzkranke Abraham

Am Samstag hatten wir eine Feier im Bible Club, wozu 230 Kinder und Jugendlichen kamen. Neben den üblichen Programmpunkten Porridge, Lobpreis und biblische Botschaft, gab es viele Spiele ( z.B. Sackhüpfen) und Naschis. Die Zahl der Kinder wächst kontinuierlich, was toll ist, uns aber auch vor die Frage stellt, wie wir das in Zukunft handhaben wollen, da mehr Mitarbeiter, Finanzen und Räumlichkeiten benötigt werden.

Die Teinehmer der „Family Group“ hatten sich T-Shirts für die Mitglieder gewünscht, die ersten wurden am 12.12. verteilt.

Auch unsere Seminargruppe am Freitag wächst und es herrscht eine immer größere Offenheit. In den letzten Wochen haben wir die Themen „Hühnerhaltung als Einkommenserwerb“, „Furcht“ ( vor bösen Geistern und Menschen) und „Leiden“ und behandelt. Furcht ist immer wieder etwas, was das Leben der Menschen sehr beeinflusst. Diese Woche erzählte ein Freund mir, sein Vater habe ihn als Kind auf eine weit entfernte Schule geschickt, da die Eltern sich getrennt hatten und er eine Stiefmutter hatte, die ihn aus Eifersucht vergiften wollte, da er in der Schule besser war als ihre eigenen Kinder. So war es sicherer für ihn weit weg zu sein.

Die Mitglieder der Spargruppe warten auf die Auszahlung ihrer Einlagen. Mit dem Geld kaufen vor Weihnachten viele neue Kleidung und gutes Essen.

Anfang Dezember wurden aus unserem Lager 40 kg Mais gestohlen. Wir haben zwar eine Vermutung und nehmen auch an, dass einige Mitarbeiter mehr wissen als sie sagen, aber der wirkliche Beweis fehlt uns. Auch hier zeigt sich, dass die Mitarbeiter Angst voreinander haben, auch wenn insgesamt die Offenheit wächst.
In den letzten Wochen haben wir so viel Zeit darauf verwandt über Ehrlichkeit, Leben im Licht und Integrität zu reden.
Diese Woche kommt Samuel Bawala mit einem Freund zu einem zweitägigen Workshop über Integrität, Motivation und Verantwortung.
Im Januar möchten wir wieder sechs Jugendliche nach Jinja schicken, wo sie in einer zweiwöchigen Youth School von Gottes Vaterliebe und Befreiung von Bindungen an negative Verhaltensweisen lernen. So hoffen wir nach und nach auf immer mehr Veränderungen und geheilte Beziehungen.

Das Kindergartenjahr ging am 29.11. zu Ende mit der Ausgabe der Zeugnisse. Ja, auch 3-Jährige bekommen hier schon Zeugnisse! Allerdings konnten wir uns gegen „Examen“ bei den Kleinen durchsetzen, aber in der Vorschulklasse wollen doch die meisten Eltern unbedingt diese Prüfungen.

Lornah übt mit den Kindern das Abwaschen

Wir haben jetzt 25 neue Kinder für Februar 2020 registriert, die wir nach unseren Kriterien ausgewählt haben. Auf der Warteliste hatten wir allerdings über 40 Kinder. Da wir eine 1. Klasse einführen möchten, benötigen wir dringend noch einen geeigneten Lehrer. („Lehrer“ ist hier nicht das Problem, aber „ geeignet“). Nachdem das Jahr 2019 vor allem bestimmt wurde durch das Umsetzen von Baumaßnahmen, wollen wir uns 2020 vor allem auf inneres Wachstum konzentrieren: Schulungen für unsere Lehrer und die umliegender Schulen, sowie Sicherung der finanziellen Situation.

Unser Spielplatz- der einzige weit und breit- erfreut sich großer Beliebtheit, sowohl im Kindergarten als auch im Bible Club

Unsere Aushilfs-Lehrerin Lornah hat sich so sehr bewährt und so viel Liebe für die Kinder gezeigt, dass wir sie ab Januar zu einer „In-Service-Caretaker- Ausbildung“ schicken werden, d.h. sie macht während der Ferien ihre Ausbildung und arbeitet in den Terms weiter in Amuka.

Weiterhin haben wir etliche Patienten gehabt. Einer ist der kleine Davis mit spastischen Lähmungen. Im Oktober hatte seine Mutter mit Übungen begonnen, die schon einige Veränderung gezeigt haben. Anfang Dezember war Antje mit den beiden wieder im Krankenhaus, wo sie neue Übungen gezeigt bekamen.

Im Oktober kam Shafira mit ihrem offensichtlich herzkranken 13jährigen Sohn Abraham zu uns. Nach Arztbesuchen in Mbale und Kampala hat sich die Diagnose „Fallot‘sche Tetralogie“ herausgestellt, eine angeborene Herzfehlbildung, die zu Sauerstoffmangelversorgung führt. Nur 30% der unbehandelten Kinder überleben die ersten 10 Jahre. Auch Abraham geht es zunehmend schlechter, da sein Herz den wachsenden Körper immer weniger versorgen kann. Eine entsprechende Operation kann in Uganda durchgeführt werden, kostet aber 4400€.

Abraham (re) mit seinen Eltern und Bruder vor ihrer Lehmhütte

Es hat uns sehr gefreut zu sehen, dass die Eltern Shafira und Peter wirklich zusammenarbeiten und sich bestmöglich um ihre vier Kinder kümmern. Ihr einziger relevanter Besitz sind allerdings eine Kuh und ein Schwein, durch deren Verkauf sie vielleicht 300€ aufbringen könnten. So haben wir jetzt begonnen, das Fundraising in Uganda (Politiker, der Wahlkampf hat begonnen) und Deutschland in Angriff zu nehmen. Große Unterstützung bei allen Fragen erhalten wir dabei von unserem Freund und Nachbarn Moses, der in Kampala als Apotheker arbeitet und die Familie auch dort ins Herz-Institut begleitet hat.

Von ganzem Herzen möchten wir uns bei Euch allen bedanken, die mit Gaben und Gebet hinter der Arbeit stehen, bei allen, die uns immer wieder ermutigen, auch in schwierigen Phasen weiter daran zu glauben, dass unser Himmlischer Vater den Menschen in Manafwa Zukunft und Hoffnung geben will! Und vielen Dank auch für jede Form der praktischen Hilfe!

Wir wünschen Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für 2020!
Orge & Antje Balack
mit dem ganzen Amuka-Team

Rundbrief Amuka-Projekt Kindergarten Oktober 2017

Liebe AMUKA Freunde,

hier kommt nun, wie von Antje im letzten Rundbrief bereits angekündigt, ein Bericht über das neue Amuka Projekt: eine sogenannte „nursery school“ (Kindergarten).

Nach der Besichtigung und Einschätzung der schulischen Situation der Kinder bei meinem Besuch bei Amuka im vergangenen Jahr, reifte bei uns der Plan, einen Kindergarten zu gründen. Hier sollen die Kinder u.a. auf die Schule vorbereitet werden, um dort erfolgreich mitarbeiten zu können.

Bei meinem Besuch in diesem Sommer sollte eine kleine Gruppe von 10 Kindern auf die Einschulung im Januar vorbereitet und ein bis zwei Erwachsene in der Fortsetzung dieser Vorbereitung geschult werden. Als ich dort eintraf, gab es bereits eine erste Kindergartengruppe mit 50 registrierten Kindern und einem Lehrer.

Was war geschehen? Aus Gründen der Platznot werden in Uganda manche Erzieher während der Schulferien ausgebildet und absolvieren während der Schulzeit ihre praktische Arbeit, d.h. sie arbeiten eigenverantwortlich mit einer Gruppe. So war es Marsden, der auf Iname zuging und sie vor unseren Ferien fragte, ob sie eine Kindergruppe für ihn wüsste. Daraufhin berief Iname ein Elterntreffen ein und die erste Kindergartengruppe war aus der Taufe gehoben. 45 Kinder im Alter von drei bis acht Jahren drängten sich nun auf dem nackten Fußboden des kleinen Versammlungsraumes des Projektes. Eine zum Kochen von Maisbrei für die Kinder engagierte Mutter aus dem Projekt entpuppte sich als Naturtalent und wurde gleich als Assistenz des Lehrers engagiert.
Marsden und Lona leisteten so gute Arbeit, dass sie mit einem Gehalt belohnt und zum Weitermachen ermutigt wurden. In der Kindergartenzeit erlebte man lachende und spielende Kinder, auch wenn die meiste Zeit Schule in afrikanischer Manier im Sinne von Vor- und Nachsprechen stattfand. Ein ganz anderes Bild bietet sich, wenn man durch die Straßen geht und die Kinder überwiegend teilnahmslos herum sitzend oder stehen sieht. Diese Kindergartengruppe ermöglicht den Kindern, eine Zeit lang einen Raum der Sicherheit und der Entspannung zu erleben, in der sie Kind sein dürfen.

Um Kosten zu decken, beschlossen wir – auch im Einvernehmen mit der Dorfobrigkeit – nach den Ferien eine Elternbeteiligung in Höhe von umgerechnet ca. 5 Euro für ein Vierteljahr zu erheben. Dadurch reduzierte sich die Zahl im September auf zunächst 7 Kinder.

Im Herbst reiste ich bereits wieder nach Uganda um herauszufinden, was sich hinter der reduzierten Zahl der Kinder verbarg, um Spielzeug zu bringen, um Gespräche mit dem Lehrer zu führen, der meine Fragen aus der Ferne in afrikanischer Weise nichtssagend oder gar nicht beantwortete und um mir verschiedene andere nursery schools anzusehen. Bei meiner Ankunft schlug mir der Unmut der Dorfbewohner über die Gebühren und der Frust, dass ihre Kinder nun nicht mehr in den Kindergarten gehen könnten, auf vielfältige Weise entgegen. Es wurde ein Komitee gegründet, was die Elternbeteiligung im Einzelfalle regeln sollte. Allen Kindern, die kommen wollten, sollte es ermöglicht werden, wieder teilzunehmen. Die Dankbarkeit war groß und die Erleichterung der Eltern deutlich zu spüren.

Das Lehrpersonal erhielt Verantwortung für das Spielzeug und wurde verpflichtet, auf seine Vollständigkeit sowie sorgsamen Umgang zu achten. Der Lehrer zeigte Einsicht.
Er versprach, zukünftig Fragen zu beantworten und Bitten nachzukommen. Zur Ermutigung und zur Verbesserung der Kommunikation erhielt er ein Ladegerät für das Handy. Der Besuch von drei nursery schools brachte unverhoffte Kontakte und Unterstützung.
In einer Schule in einem Slumviertel erkannte der „operation manager“ in meiner Begleitung Noah einen alten Freund wieder. In einer weiteren Schule erhielten wir durch einen Jugendkreisfreund von Iname die Zusage von Unterstützung und Informationsbeschaffung. Er setzte sich sogar noch eine Nacht lang hin und schrieb ein Exposé seiner Schule als Vorlage für uns. In den wenigen Tagen war es mir nicht nur möglich, alle geplanten Vorhaben in die Tat umzusetzen, sie wurden noch bei weitem übertroffen! Gott spinnt seidene Fäden wie ein Netz und fügt alles wundersam zusammen, besser als wir es uns erträumen. Was die weitere Realisierung des Projektes nursery school anbelangt, sind wir nun auf umfängliche Unterstützung angewiesen für den Bau der Schule, die Gehälter der Lehrkräfte, die Beschulung der
Kinder, Spielzeug…. Wie das gelingen kann ist mir, ehrlich gesagt, vollkommen schleierhaft, auch angesichts der offensichtlichen fehlenden finanziellen Unterstützungsmöglichkeit an Schulgebühren durch die Menschen. Es bleibt uns, abzuwarten, ob sich weiterhin kleine und große Wunder offenbaren.

Viele Grüße Petra Hege

♦ Der Rundbrief zum Herunterladen: Amuka Rundbrief Kindergarten Okbtober 17

Artikel aus dem Wedel-Schulauer Tageblatt

Artikel vom 1. August 2016 – „Familie aus Wedel hilft in Ostafrika“

Orge und Antje Balack gründeten 2011 den Verein Amuka im Dorf Bugobero in Uganda.

WEDEL/UGANDA | Brieffreundschaften können Horizonte erweitern. Verständnis füreinander schaffen. Und manchmal können sie das Leben eines ganzen ostafrikanischen Dorfs verändern und das einer Wedeler Familie gleich dazu. Im Jahr 2000 nahmen Orge und Antje Balack Kontakt mit Stephen und Elizabeth in Uganda auf.  Die Briefe gehen hin und her, man versteht sich, der christliche Glaube verbindet. 2007 beschließt Antje gemeinsam mit der ältesten Tochter das kleine Land im Osten Afrikas zu besuchen. Im Anschluss an den Besuch überlegen die Balacks, wie sie die arme bäuerliche Region unterstützen könnten.

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