Rundbrief Oktober 2023

Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist möglich bei Gott!

Lukas 28,27
Luftbild von Amuka. Rechts und hinten je zwei Klassenräume, Mitte Versammlungshalle, vorne Küche, Büro, Wachstube. Unten, mit rotem Dach, Wohnhaus für Freiwillige.

Liebe Freunde und Unterstützer von Amuka!

Es passieren immer so viele Dinge bei der Arbeit in Amuka. Und plötzlich ist es schon wieder höchste Zeit, euch an einigem teilhaben zu lassen.

Rose und Harriet lernten Fahrradfahren.

Besonders schön war diesen Sommer natürlich, dass Rosie und Harriet mit in Deutschland waren. Wir sind Gott sehr, sehr dankbar dafür, dass es endlich mit den Visa geklappt hat und dass wir zwei wirklich tolle Monate zusammen hatten. Wir haben viel zusammen unternommen, mit Familie und Freunden getroffen und waren auf einer Campingfreizeit in Schweden. Die Kinder haben dort Fahrradfahren gelernt, Beeren und Pilze gesammelt und am Freizeitprogramm teilgenommen. Glücklicherweise haben sie sich danach auch in Uganda gleich wieder gut zurechtgefunden und gehen jetzt wieder gerne in ihre Schule. Wir hoffen nun, dass das Reisen mit ihnen in Zukunft einfacher wird und ihre Väter eine dauerhafte Reiseerlaubnis unterschreiben.

Ruth & Simon Peter

Ein Höhepunkt hier in Amuka war in diesem Monat die Hochzeit unseres Wächters Simon Peter mit seiner Frau Ruth. Wie es hier allgemein üblich ist, haben die beiden schon lange zusammen gelebt und haben auch schon vier Kinder. Es wird den Leuten wirklich nicht einfach gemacht, kirchlich zu heiraten, durch die hohen Erwartungen ihres Umfeldes und auch weil viele Leute, die vorgeben, sie zu unterstützen, letztendlich doch nur Steine in den Weg legen. Zudem muss das Brautpaar dann auch Essen für mehrere 100 Leute vorbereiten. Letztendlich waren die beiden aber doch sehr glücklich über ihre Hochzeit und auch sehr dankbar für die Unterstützung, die sie von unserem Team erhalten haben.

Hier in Uganda läuft die Arbeit weiterhin gut, und es ist sehr viel zu tun, so dass wir sehr auf Unterstützung von mehr Mitarbeitern aus Deutschland hoffen.
Im Kindergarten haben wir in vier Gruppen zur Zeit etwa 80 Kinder, die von unseren vier Lehrern versorgt werden. Man merkt wirklich, dass es den Kindern sehr viel Freude macht, hierher zu kommen, und dass auch die Lehrer viel Freude daran haben, die Kinder zu unterrichten und in der Pause mit ihnen auf dem Spielplatz zu spielen.

Kinder im Bibel Club malen Bilder an.

Unsere vier Mitarbeiter im Bible Club machen ihre Arbeit offensichtlich so gut, dass wöchentlich mehr Kinder und Jugendliche dazu kommen.

Mit Timothy und Mutter zur Kontrolle im Krankenhaus

Ein Arbeitsfeld, das zunehmend Zeit und Raum einnimmt, ist die Arbeit mit den Kindern mit Behinderung.
Nach wie vor kommen jeden Mittwoch Mütter oder Großmütter mit ihren Kindern zur Mother-Child-Group und zur physiotherapeutischen Behandlung. Laufend werden neue Kinder mit den verschiedensten Behinderungen oder Krankheiten zu Amuka gebracht. Daraus ergibt sich dann auch, dass wir fast jede Woche Kinder in verschiedenen Krankenhäusern in Mbale haben, die wir dort zur Diagnostik oder zur Therapie hinbringen oder um Tabletten gegen Epilepsie zu bekommen. Da jeder Fall wieder anders ist, müssen wir immer auch neue Lösungsmöglichkeiten finden.

Für den kleinen Daniel mit Albinismus ergab sich die Möglichkeit, dass Doreen von einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Albinismus zu uns ins Dorf kam und mit den Eltern über die Herausforderungen dieser Krankheit und über mögliche Hilfe sprach.

Doreen klärt Daniels Eltern über die Hilfe für ihren Sohn auf.

Letzte Woche kam eine Familie mit Drillingen, die zudem schon vier ältere Kinder hat. Einer der Drillinge, der kleine Aaron, ist von Geburt an sehr kränklich und nimmt nicht richtig zu, so dass ich mit der Mutter in ein Krankenhaus gefahren bin, wo eine Blutuntersuchung durchgeführt wurde. Dabei stellte sich leider heraus, dass er eine unheilbare und fortschreitende Lebererkrankung hat. Heute waren Prossy und ich bei den Eltern, um ihnen diese traurige Nachricht mitzuteilen.

Die Mama mit Aaron, unsere Seelsorgerin Prossy mit Alice und der Papa mit Abraham.

Wir werden die Familie weiterhin seelsorgerlich betreuen und auch mit Zusatznahrung für das Baby. Trotz dieser Nachricht waren die Eltern doch auch dankbar, dass sie Hilfe bekommen haben und nicht allein vor allen Herausforderungen stehen. Und diesen Dank möchten wir auch gerne an euch weitergeben, die ihr solche Hilfe möglich macht.

Hausbesuch bei Joel, der am Parallelbarren laufen lernt.

In den letzten Wochen haben wir uns Zeit genommen, alle Kinder, die von Amuka unterstützt werden, einmal zu Hause zu besuchen, um den Familien Ermutigung zu geben und ihr soziales Umfeld besser kennen zu lernen. Es war schön zu sehen, wie manche der Kinder an den Parallelbarren das Laufen üben und dabei gute Fortschritte machen.

Auch das Programm in der wöchentlichen Family Gruppe läuft gut weiter. Wir hatten jetzt einige Trainingseinheiten zum Thema Landwirtschaft, und ich habe zudem über Eifersucht und Zauberei gesprochen, was ganz große Probleme hier im Dorf sind, weil sie ein gutes Miteinander und den Fortschritt behindern.

Samenausgabe in der Family Group

Da die letzte Bohnenernte durch Trockenheit wieder sehr gering ausgefallen ist, haben wir allen Mitgliedern der Family Group Samen für verschiedene spinatähnliche Pflanzen gegeben, so dass sie dieses Jahr noch etwas Gemüse ernten können. Im Dezember planen wir wieder Lebensmittelhilfe auszugeben, da wir davon ausgehen, dass die Preise für Bohnen bis dahin um etwa 100 % gestiegen sein werden.

Drohnen-Workshop mit Grundschulkindern

Vielleicht habt ihr euch ja gefragt, wie wir zu dieser wunderschönen Luftaufnahme des Amuka Geländes gekommen sind. Letzte Woche hatten wir Besuch von Dickson, den wir aus einer Kirche in Mbale kennen und der professionelle Luftaufnahmen macht. Er kam für einen Vormittag hierher, um der 6. und 7. Klasse der benachbarten Grundschule die Funktionsweise einer Drohne zu erklären und ihnen dann eine Flugvorführung zu geben, von der alle sehr begeistert waren. Solche kleinen Dinge sind immer wieder eine große Ermutigung und Bereicherung für die Schüler, aber auch für die Lehrer, die sich ja sonst doch oft sehr vergessen von der Welt fühlen hier in unserem entlegenen Dorf.

Wir sind immer wieder sehr dankbar für euch alle, die ihr die all diese kleinen und größeren Projekte möglich macht und ebenso auch für eure Gebete!

Seid gesegnet, Orge & Antje

Zwei Jungs aus dem Kindergarten
zeigen stolz ihre Kunstwerke
Bridget hat bald ihre Klumpfuß-Behandlung überstanden
Elton mit seiner Oma

Rundbrief Juni 2023

Sprüche 31:8: Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.

Liebe Freunde von Amuka!

Dieser Rundbrief entsteht in Uganda, da wir beide, Antje und Orge, gerade beide dort sind.
Es gibt viele gute Dinge zu berichten und wir wollen nicht zögern, Euch daran teilhaben zu lassen. Wir sind wirklich sehr, sehr dankbar und froh über eure treue, oft schon jahrelange, Unterstützung.

Geburtstagsparty für Timothy

Das können wir gar nicht oft genug erwähnen, denn es ist nicht selbstverständlich!
Oft haben wir vor verschiedenen Herausforderungen gestanden, aber finanziell war es immer ausreichend! Zudem lernen wir mehr und mehr den unglaublichen Einfluss aller Beter zu schätzen:
Durch euch wurde so viel bewegt!

Geburtstagsparty für Rose

Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie die Wertschätzung von Kindern gerade auch unter den Mitarbeitern wächst.
Dazu gehört z.B. eine Kindergeburtstagsfeier für den Sohn unserer Mitarbeiterin Agnes.
Bei uns in Deutschland ganz normal – hier im ländlichen Uganda noch recht unüblich.

Im Kindergarten läuft es zurzeit sehr gut: Wir haben vier Lehrer, inzwischen alle mit einem Ausbildungs-Abschluss, und können so alle 4 Klassen anbieten.
Das Schuljahr (und Kindergartenjahr) ist hier in drei „Terms“ aufgeteilt, zwischen denen immer eine kurze Ferienzeit liegt.

Zu jedem Term müssen in allen Schulen / Kindergärten dann auch Gebühren gezahlt und einige Dinge mitgebracht werden. Das ist immer eine Herausforderung, da viele Familien nicht bereits am ersten Tag alles mitbringen. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Armut, schlechte Vorausplanung (nach dem Motto: „der Schulstart kam so überraschend…“), geringe Priorität von Bildung oder einfach mal versuchen, ob es nicht auch ohne geht.
Heute ist der zweite Kindergartentag des zweiten Terms und die Kinder kommen nach und nach an. Wir sind mit 91 Kindern schon sehr gut ausgebucht.

Ruth und Simon Peter
schneiden seinen Geburtstagskuchen an

Unser Mitarbeiter Simon Peter und sein Frau Ruth möchten gerne bei einer kirchlichen Hochzeitsfeier Gottes Segen für sich erbitten. Hier wird ein Paar schon durch das bloße Zusammenziehen von Mann und Frau als „verheiratet“ angesehen. Einige Christen wünschen sich zwar eine „richtige“ Trauung, scheuen aber die Kosten der Feier und des Brautpreises. Hier versuchen wir, Wege zu einer angemessenen und bezahlbaren Zeremonie zu finden.

Am 6.Mai konnten wir dank zweier Sonderspenden auch in der diesjährigen Hungerzeit wieder Lebensmittelhilfe ausgeben. Diesmal verteilten wir Maismehl, Bohnen, Speiseöl und Erdnussbutter an 148 Personen.

Freude über die Nahrungsmittelhilfe

Für Interessierte mit Leitungsverantwortung in den umliegenden Dörfern haben wir im Mai zum dritten Mal ein „Wise Choices for Life“ Seminar angeboten, in dem es um gute Kommunikation, kritisches Denken
und sinnvolle Entscheidungen im Leben geht. Im Januar hatten wir 33 Teilnehmer, jetzt waren es schon 43. Wir stellen auch fest, dass das Interesse wächst, das Gelernte selbst z.B. in der eigenen Kirche weiterzugeben.

Für die nächste Woche planen wir außerdem ein Training, zu dem wir alle Pastoren der umliegenden etwa 20 Kirchen einladen. Oft haben „Pastoren“ hier nur eine geringe oder gar keine theologische Ausbildung und ihre Lebensführung entspricht häufig nicht den christlichen Werten.

An ihrer Schule haben Harriet
und Rose gelernt, Flüssigseife
herzustellen, was wir zu Hause
dann auch gemacht haben.
Samuel hat diese mit nach
Kampala in seinen Waschsalon
genommen und heute schrieb er,
alles wurde verkauft! Mal sehen,
was daraus wird…

Wirklich dankbar sind auch für die Entwicklung von Harriet und Rosie. Seit einem Jahr sind sie jetzt in der „Shekinah Glory Christian International School Mbale“. Die Ugander sind echt kreativ was das Erfinden von langen komplizierten Namen angeht. An dieser Schule werden wirklich christliche Werte
gelebt und „international“ ist die Schule nicht nur durch den amerikanischen Lehrplan, sondern auch weil immer mehr Nicht-Ugander ihre (Pflege-) Kinder hier einschulen. Die beiden fühlen sich an der Schule sehr wohl, die Lehrer sind liebevoll und kompetent und die Kinder lernen neben dem üblichen Lehrstoff auch schwimmen, Musikinstrumente zu spielen oder wie man z.B. Seife selbst herstellt. Zudem ist auch
die Kommunikation mit den Lehrern über WhatsApp super, so dass wir auch dann gut informiert sind, wenn wir in Deutschland sind. Seit Februar passt Daphine während unserer Abwesenheit auf die Mädchen auf. Wir kennen sie schon seit Jahren als Patenkind von Amuka und so wie es aussieht, wird sie sich auch noch drei weitere Jahre um die beiden kümmern können, da wir sie mit einer Ausbildung in Mbale unterstützen möchten.

Apotheker Moses half beim
medizinischem Einsatz

Letzten Samstag hatten wir einen medizinischen Kurzeinsatz mit verschiedenen diagnostischen Tests. Es kamen ca. 70 Leute und interessanterweise war ein häufig
auftretendes Problem Bluthochdruck bei älteren Frauen, obwohl sie weder rauchen, noch übergewichtig sind und zudem körperlich hart arbeiten. Alkoholkonsum könnte hier evtl. eine Rolle spielen.

Am 10. Juni wird ein Physiotherapeut aus Mbale kommen, besonders um nach unseren Kindern mit Behinderungen zu sehen. Diese Kinder werden zweimal in der Woche von Agnes versorgt und bei einigen stellen sich schon Erfolge ein. Zwei dieser Kinder sind 9jährige Jungen, die für diese Behandlung von ihren Großmüttern mehrere Kilometer auf dem Rücken zu Amuka getragen werden. Das ist wirklich beeindruckend! Es wäre sehr schön, wenn wir in Zukunft eine Möglichkeit hätten, diese Kinder auch schulisch zu versorgen, um ihre Chancen im Leben zu verbessern.

Maibritt beim Training zur gesunden Ernährung

Seit April ist Maibritt aus Hamburg für 3
Monate als Kurzzeitlerin mit dabei. Sie hat kürzlich ihr Ökotrophologie-Studium abgeschlossen und bringt sich bei unseren wöchentlichen Trainings in der Family
Group ein. Da wir in den letzten Wochen
vermehrt Kontakt zu den „Village Health
Trainers“ (VHTs) der umliegenden Dörfer aufgenommen haben, unterstützen diese Maibritt auch mit dem Unterrichten. Das ist eine Bereicherung für alle.

Die VHTs sind Dorfbewohner ohne Ausbildung, die sich z.B. für bessere Hygiene in den Haushalten einsetzten sollen oder Impfkampagnen unterstützen. Dabei wird ihre ehrenamtliche Arbeit aber meist weder von der Bevölkerung noch der Regierung wertgeschätzt. Umso mehr freuen sie sich, dass sie von uns in Amuka gesehen werden und wir in Kooperation mit Jenga eine Schulung für sie planen.
Wie ihr seht, ist hier viel los, wofür wir echt dankbar sind. Wir merken auch, dass die Haltung vieler Menschen sich ändert. Aber bitte betet mit uns um mehr (internationale) Freiwillige, die sich hier auch längerfristig einbringen, denn für uns ist es doch sehr viel geworden.

Liebe Grüße von
Antje und Orge

Rundbrief Dezember 2022

Liebe Freunde von Amuka!

Heute ist der letzte Tag des Jahres und es wird höchste Zeit, Euch wieder zu berichten! Weihnachten haben wir getrennt gefeiert: Orge in Deutschland mit der Familie und Antje in Uganda mit Harriet und Rosie. Das ist nicht optimal, aber da die Mädchen von Ende November bis Anfang Februar Ferien haben, ist es wichtig, dass dann jemand bei ihnen ist.
Ich (Antje) bin also am 25.11. hier angekommen und es ist viel passiert seitdem: Ich fand alles in guter Ordnung vor, nur war das Schuljahr bereits beendet und so fand kein Kindergarten mehr statt.
Unsere beiden Lehrer Marsden und Annet mussten dann auch gleich zum College, um Ihre Abschlussprüfungen zu machen. Auf die Ergebnisse warten wir noch. Und ab Februar benötigen wir dringend zwei weitere Lehrer, da wir ja eigentlich vier Klassen haben.

Anfang Dezember stand dann gleich eine Fahrt mit vier Patienten und Begleitung zur Hauptstadt Kampala an:

Stanleys Rollstuhl wird angepasst

1. Stanley (31) hat wohl Muskelschwund und kann seit 16 Jahren nicht mehr laufen. Er bekam von der deutschen Organisation ProUganda einen sehr schönen, neuen Rollstuhl und kann jetzt auch außerhalb seines Zuhauses unterwegs sein. Ich habe mich gefreut, ihn Weihnachten in der Kirche zu sehen.

2. Der dreijährige Paul hat eine Kniefehlstellungen und soll von ProUganda Beinschienen bekommen, die aber erst im Januar angefertigt werden können. Bis dahin soll seine Großmutter mit ihm Übungen machen.

Paul und seine Oma lernen Übungen für die Knie

3. Mit Abraham waren wir dann wieder in der Herzklinik. Er wartet ja schon drei Jahre auf seine Herzoperation, aber durch den langen Lockdown hier, sind alle OPs zum Erliegen gekommen. Wir haben eine Zusage für 2023 – hoffentlich klappt es nun!

4. Gift Nanzala bekam nach 2 Jahren Wartezeit ihre neue Beinprothese in deutscher Qualität!

Harriet war auch mit auf dieser Reise, um ihren Reisepass in Kampala abzuholen. Es hat endlich geklappt und wir hoffen für beide Mädchen auf ein Visum, bis dahin müssen noch einige Hürden genommen werden.

Gift Nanzala mit einer „deutschen“ Beinprothese

Wir hatten noch einige weitere Patienten und es stellt sich immer wieder heraus, dass die unzureichende medizinische Versorgung hier im Dorf ein Problem für viele ist. Sehr problematisch ist es auch, dass die lokalen Krankenpfleger (mit welcher Ausbildung auch immer) gleichzeitig diejenigen sind, die Medikamente an ihre Patienten verkaufen und somit Interesse an den Einnahmen haben.
Unser Wächter Jimmy hatte vor drei Monaten eine Leistenbruchoperation und seitdem immer wieder Beschwerden. Dagegen wurden ihm regelmäßig Antibiotika verkauft. Wir sind dann mal zu einem qualifizieren Arzt in Mbale gegangen und er meinte, das Gewebe sei noch gereizt (der Chirurg war wohl nicht so toll), aber es gebe keinen Grund für Antibiotika. Eine unserer Dauerpatientinnen ist die kleine Monica mit Hydrozephalus, die immer wieder ins Krankenhaus muss. Im CURE Hospital wird sie gut versorgt. Auch ihre Mutter Sylvia braucht Unterstützung, da ihr Mann überwiegend bei seiner zweiten Frau ist und sich wenig um Monica kümmert, z.B., dass sie genug zu essen bekommt.

Sylvia und Monica in der Mutter-Kind-Gruppe

Seit einigen Wochen haben wir als Team eine tägliche 15minütige Gebetszeit, in der wir in allen Ecken des Geländes für verschiedene Anliegen beten: Dorfbevölkerung, Kindergarten, Mitarbeiter, geistliches Wachstum und auch immer für alle Unterstützer in Deutschland. Ich habe überhaupt den Eindruck, dass sich das Denken im Team langsam wandelt zu einem „Über-den-eigenen-Teller- rand-hinaus-Denken“. Es scheint ihnen mehr bewusst zu sein, dass hinter der Arbeit Menschen in Deutschland stehen, die, aus Liebe zu ihnen unbekannten Menschen, Geld spenden.
Es freut mich auch, dass sie immer mehr Freude am gegenseitigen Schenken entwickeln. Viel Spaß hatten alle mit unserem Adventskalender, wobei jeden Tag jemand von einem Kollegen etwas geschenkt bekam: zwei Eier, eine Tasse Erdnüsse, Milch usw. Auch hatten sie Geld zusammengelegt, um zu meiner Ankunft ein besonderes Essen zu kochen. Und ich bekam zu Weihnachten Mehl geschenkt! Vielleicht nicht ganz uneigennützig, denn sie profitieren davon, wenn ich Brot oder Kuchen backe.
Jedenfalls ist diese Freude am Schenken und Teilen eine positive Entwicklung!

Mitarbeiter-Ausflug zum Zoo

Am 22.12. sind wir dann mit dem ganzen Team in die Stadt Mbale gefahren. Zuerst waren wir in dem kleinen Zoo am Berg, was immer sehr nett ist, weil man mit einem Tierpfleger direkt an die Tiere ran- kommt. Dann haben wir uns die Produktion von Zukuka Bora, dem besten Kaffee Ugandas angesehen (von unserer Dachorganisation Jenga), was alle sehr beeindruckt hat, wie aufwändig das ist.
Am Abend haben wir dann ein tolles Weihnachts-Straßenkonzert der Musaale Church besucht, wo wir auch zu den Gottesdiensten gehen. Ich glaube, am meisten haben sich alle allerdings über das reichliche Mittagessen gefreut!

Ansonsten läuft unser Bible Club weiter mit Sharon (auch aus der Musaale Church), die einen guten Draht zu den Kindern und Jugendlichen hat. Wir hatten auch eine tolle Weihnachtsfeier zusammen.

Der verrückte Weihnachtsreiseverkehr!
Unsere Bible Club Weihnachtsfeier mit Sharon

In der Family Group hatten wir im Dezember das Thema „Liebe“ anhand von 1. Korinther 13 und den „5 Sprachen der Liebe“.
Immer, wenn ich Beispiele brachte, wie die Frauen ihren Männer Liebe zeigen könnten, brachen alle in Gelächter aus. Das ist unvorstellbar für sie, dass sie sich als Ehepartner Liebe zeigen können. Da fehlen ihnen die Vorbilder. Ehen sind einfach „temporäre Zweckgemeinschaften“. Echt schade!

Sehr schön war es, dass wir am 23.12. noch Lebensmittel an die (regelmäßigen) Teilnehmer der Family Group ausgeben konnten. Dieses Jahr war aufgrund der Preissteigerung sehr schwierig für die meisten Menschen. Als wir eine Sonderspende für Lebensmittel bekamen, entschieden wir die Hälfte jetzt zu nutzen und die andere Hälfte im nächsten Jahr in der Hungerzeit.
So bekamen 93 Leute/Familien je eine Schüssel mit Maismehl, Reis, Öl, Erdnüssen und Seife (die auch sehr teuer wurde). In diesem Jahr gibt es übrigens keine Trockenzeit wie üblich im Dezember, sondern extrem viel Regen! Das ist erstmal nicht schlecht, mal sehen, was nächstes Jahr kommt!

In der Family Group führte unser Team ein Stück in Anlehnung an Vater Martin von Leo Tolstoi auf,
allerdings anstelle eines alten Schumachers mit einer Schneiderin

Wir danken euch von ganzem Herzen für eure treue Unterstützung, für alle Gebete und Ermutigung. Seid auch im neuen Jahr alle reichlich gesegnet!

Wir wünschen Euch ein gesegnetes neues Jahr 2023!

Orge & Antje Balack

Die Empfänger der Nahrungsmittelhilfe