Rundbrief Juli 2026

Einer trage die Last des anderen,
so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6:2

Liebe Freunde von AMUKA!

Schon wieder ist ein halbes Jahr seit unserem letzten Rundbrief vergangen! Letzte Woche sind wir – Orge & Antje – aus Uganda zurückgekommen und es gibt viel zu berichten.

Vor einigen Monaten haben wir eine Umfrage unter den 150 regelmäßigen Teilnehmern unserer Seminargruppe am Donnerstag durchgeführt. Teilgenommen haben daran 66 Frauen und 6 Männer im Alter zwischen 20 und 90 Jahren. Wir haben ihnen Fragen zu vielen Lebensbereichen gestellt und hinterher einen Hausbesuch durchgeführt; dadurch bekamen wir nochmal einen tieferen Einblick in die Dinge, die die Dorfbevölkerung beschäftigen und hoffen, in Zukunft noch besser auf die wichtigsten Bedürfnisse eingehen zu können.

Einige Ergebnisse:

  • Die Teilnehmer der „Family Group“ kommen aus 24 verschiedenen Dörfern im Umkreis.
  • Sie gehören über 20 verschiedenen Kirchen an, 33% sind Katholiken, 15% Anglikaner und die anderen besuchen diverse pfingstkirchliche, charismatische oder andere Kirchen, deren Namen sie teilweise selbst nicht kannten.
  • 48 der Befragten leben in traditionellen Ehen, 7 sind kirchlich getraut, 4 sind Singles, 4 leben getrennt (insgesamt sind Trennungen häufiger, aber sie suchen sich in der Regel schnell einen neuen Partner für eine traditionelle Beziehung) und 18 leben oder lebten in polygamen Beziehungen, 9 sind Witwen.
  • Einkommensquellen sind: Landwirtschaft (61), Tagelöhner (9), Hühnerhaltung (15), Alkoholherstellung (6), Kleinstgewerbe (10).
Bob der Baumeister beim
Zementschütten
  • 13 Frauen gaben an, dass sie körperliche Gewalt erleben, 12 verbale.
  • Sechs Frauen brennen selbst Alkohol, 13 trinken und 29 sagten, dass ihre Männer trinken (bei Fragen zu Alkohol und Gewalt ist die Dunkelziffer mit Sicherheit um einiges höher).
  • Bei der Frage nach dem, was am schlimmsten in unserem Distrikt ist, sagten 29 Trunksucht, 14 Gewalt, 15 Eifersucht und 6 Armut.
  • Als am besten im Distrikt finden 37 AMUKA und 10 die Schulen. Nur eine Person gab an, dass Kirchen das Beste sind. Das ist ziemlich traurig, dass die Kirchen den Menschen nicht viel zu bieten haben und es erklärt auch, warum so viele AMUKA „am besten“ finden (außer dass sie das vielleicht aus Nettigkeit gesagt haben könnten). Hier bekommen sie geistliche Lehre, medizinisches Wissen, Seelsorge und praktische Hilfe; insbesondere Personen, die ansonsten stigmatisiert werden, finden ein offenes Ohr und Hilfe.
Ruth und ihre Kinder sind glücklich über den
sauberen Fußboden

Einige Fragen bezogen sich auf die Häuser in denen die Menschen wohnen und wie erwartet leben die meisten in semi-permanenten Lehmhäusern mit einem Fußboden aus Lehm und Kuhdung. Dieser Bodenbelag beinhaltet so einiges an Keimen und Parasiten, da er an sich schon unhygienisch ist, aber auch nicht gereinigt werden kann, z.B. von Hühnerdreck. So verursachen diese Böden besonders bei Kleinkindern Durchfallerkrankungen und Wurmbefall.

Durch die Umfrage identifizierten wir 22 Familien mit Kindern unter sechs Jahren, denen wir einen Zementfußboden gießen wollen. (Es gibt nochmal die gleiche Zahl von Großeltern mit Kleinkindern, aber die konnten wir aus finanziellen Gründen jetzt nicht berücksichtigen).

Ritah ist super glücklich und
dankbar

Inzwischen konnten bereits 15 Familien mit Zementböden versorgt werden, die übrigen 7 sollen im Juli dran kommen. Das alles ist ein riesiger logistischer Aufwand, da jeweils Sand, Steine, Zement, Maschendraht und Arbeiter organisiert werden müssen. Zudem erwarteten wir, dass die Familien, wo nötig, kleinere Reparaturen am Haus durchführen, die Hilfsarbeiter für das Schleppen von Materialien selbst stellen sowie den Arbeitern ein Essen kochen.

Prossy hat sich inzwischen zur Expertin in der Beschaffung von Baumaterialien entwickelt und unser Wächter Simon Peter arbeitet auf jeder Baustelle sehr gewissenhaft mit.

Transport von Baumaterial per Motorrad

Besonders die Mütter sind unglaublich glücklich über ihre sauberen Fußböden und einige Kinder haben viel Freude daran jeden Tag den Boden zu wischen. Rundbrief-Juni_2026

Während der Hungerzeit im Mai gaben wir auch wieder Nahrungsmittelhilfe an 150 Personen aus der Family Group und Barikiwa (Kinder mit Behinderung und ihre Mütter und Großmütter) aus. Jede(r) bekam 10kg Maismehl, 500g Erdnusspaste und Samen für Spinat.

Schon einige Male haben wir euch von der kleinen Monica berichtet, die mit Hydrozephalus geboren wurde. Sie und ihre Mutter litten sehr unter der Ablehnung und Verachtung durch Angehörige und Nachbarn. Wir haben die beiden mehr als vier Jahre lang begleitet und nun ist Monica am 14. Mai nachts in den Armen ihrer Mutter gestorben. Während der Beerdigung hatten Prossy und Antje die Möglichkeit, zu der großen Menge der Besucher über Gottes Liebe zu allen Menschen zu sprechen.

Eines der letzten Fotos
von Monica

Es ist immer wieder beeindruckend, wie viele Mütter und besonders auch Großmütter sich für ihre besonderen Kinder einsetzen, auch wenn sie oft durch schwere Zeiten gehen z.B. durch häufige Krankenhausaufenthalte

Es ist immer wieder beeindruckend, wie viele Mütter und besonders auch Großmütter sich für ihre besonderen Kinder einsetzen, auch wenn sie oft durch schwere Zeiten gehen z.B. durch häufige Krankenhausaufenthalte.

Joshua- einer unserer
kleinen Superhelden

Neulich kamen Innocent und Anthony zu Besuch und zeigten uns, wie gut sie inzwischen mit ihren Beinprothesen laufen können. Das hat uns sehr gefreut! Auch andere Kinder wurden in den letzten Monaten wieder mit orthopädischen Hilfsmitteln wie Stehgeräten, Schienen und Rollstühlen versorgt. Wir hoffen, dass es ihnen in ihrer Entwicklung immer wieder etwas hilft, aber vor allem können sie dadurch mehr am Leben teilnehmen.

Benitas Mutter muss mit ihrer
Tochter immer wieder ins
Krankenhaus

Das Kindergartenjahr hat im Februar neu angefangen. Wir haben jetzt außer vier Lehrern auch Agnes und Ritah als Assistentinnen dabei, die sich besonders um die kleinsten Kinder und Kinder mit besonderen Bedürfnissen kümmern. Insgesamt kommen die Kinder jetzt regelmäßiger und die Eltern verstehen nach und nach, dass es auch wichtig ist, dass sie selbst mit den Lehrern ihrer Kinder im Gespräch sind.

Der Bible Club trifft sich weiterhin jeden Samstagnachmittag auf dem AMUKA-Gelände mit vielen motivierten „Lehrern“ und über 200 Kindern und Jugendlichen. Zu Beginn des neuen Terms Ende Mai bekamen 230 Kinder Schulmaterialien. Das hilft ihnen sehr in der Schule, denn oft bekommen sie die nötigen Hefte und Stifte nicht von ihren Eltern. Überhaupt haben viele keine enge Bindung zu ihren Eltern, bzw. wohnen gar nicht bei ihnen sondern ziehen innerhalb der Großfamilie immer wieder zu verschiedenen Verwandten. Da ist es um so wichtiger für sie, dass sie im Bible Club erfahren, dass sie wichtig sind, dass Gott ihr Vater ist und sie christliche Werte kennenlernen.

Einkaufen an der Straße …

Harriet und Rosie geht es gut, sie haben im Januar sehr den vielen Schnee in Wedel genossen! Sie gehen jetzt in die 5. Klasse und nahmen während der Ferien an einem Kurs im Haare-flechten in der Bethel Baptist Church teil.

Soweit mal wieder ein kleiner Einblick in das Leben in Kimaluli, Uganda. Ganz herzlichen Dank für die Freude, die ihr so vielen Menschen dort immer wieder bereitet und super, dass sie durch euch Gottes Liebe ganz praktisch erfahren können!!!

… oder in einem Haushaltswaren-
Geschäft

Herzliche Grüße von Orge & Antje

Zum Schluss noch ein Gruß von unseren Mitarbeitern vor Ort:

Liebe Freunde!
Viele Grüße von dem AMUKA – Team. Wir möchten unseren aufrichtigen Dank an euch ausdrücken, dafür dass ihr in jeder Situation an unserer Seite steht. Ihr unterstützt uns auf so vielfältige Weise mit Lebensmittelhilfe in der Hungerzeit, Schulgebühren für unsere Kinder und Gesundheitsversorgung. Wir sagen danke, danke, danke, möge Gott euch reichlich segnen
!

Rundbrief Dezember 2025

Liebe Freunde, Beter und Unterstützer!

Zum Jahresabschluss schreibt diesmal unsere Mitarbeiterin Prossy Akao den Rundbrief. Sie wurde als Jugendliche durch eine Patenschaft von Amuka gefördert und bekam medizinische Hilfe wegen ihrer Körperbehinderung. Inzwischen arbeitet sie selbst als Psychologin und Koordinatorin in verschieden Programmen bei Amuka mit. Viel Freude beim Lesen und von uns ein ganz herzliches Dankeschön für all eure treue Unterstützung im Jahr 2025!
Wir wünschen euch allen eine gesegnete Weihnachtszeit, Orge & Antje


Liebe Freunde!
Viele Grüße vom AMUKA-Team aus Uganda! Wir sind sehr dankbar für Eure Unterstützung für alle Aktivitäten hier vor Ort. Die Arbeit läuft gut und wir sehen hier viele positive Veränderungen.

Prossy im Amuka-Büro

Unsere „Family Group“ (Erwachsenenbildung) entwickelt sich großartig, mit wachsenden Teilnehmerzahlen in unseren wöchentlichen Treffen. Ein Schwerpunkt unseres Unterrichts liegt auf den Themen Gesundheit, Ehe und der Beziehung zu Gott, denn das sind Lebensbereiche, in denen es hier in den Dörfern viel Leid gibt. Gott segne alle Unterstützer der Lebensmittelhilfe, die in der Hungerzeit sehr geholfen hat. Die Empfänger waren so glücklich und beten um Segen für euch.

Auch im Bible Club läuft es gut, es kommen wöchentlich neue Kinder dazu. Viele dieser Kinder kommen aus zerbrochenen Familien und leben in einem schädlichen Umfeld. Z.B. erleben sie häusliche Gewalt oder ihre Eltern oder Nachbarn betreiben eine Bar und sie sind Tag und Nacht dem Alkoholkonsum ausgesetzt. Viele erleben Ablehnung oder Vernachlässigung oder leben in ständiger Angst vor Hexerei und Flüchen. Zu viele wachsen in dem komplizierten Umfeld von polygamen Beziehungen auf. So geben wir uns besonders viel Mühe, eine freundliche Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich mitteilen können, Freunde finden, ihre Begabungen entdecken und vor allem Gott als ihren wichtigsten Freund kennenlernen. Wir haben jeden Samstag Bibelunterricht, Anspiele, Tanz, Seelsorge und trainieren auch Alltagskompetenzen. Zudem geben wir dreimal im Jahr zum Beginn des neuen Terms Schulmaterialien aus. Jeden Samstag im Anschluss an den Bible Club findet immer Fußballtraining statt, was viele wirklich sehr lieben.
Wir planen immer wieder neue Dinge, um die Kinder und Jugendlichen so glücklich wie möglich zu machen

Kinder und Jugendliche im Alter von 3-18 Jahren im Bible Club

Unsere Kindergartenkinder kamen in diesem Jahr regelmäßiger zum Unterricht als zuvor. Außerdem konnten wir, dank der Hilfe unserer neuen Assistentin Ritah, zum ersten Mal Kinder mit Behinderungen aufnehmen. Am 28. November hatten wir den Besuchstag der Eltern. Die Eltern kamen, um sich Aufführungen ihrer Kinder anzusehen, die Einrichtung besser kennenzulernen und über neue Entwicklungen informiert zu werden. Die Kinder machten ihre Sache sehr gut und trugen Gedichte, Schauspiele, Lieder und Tänze vor. Es war wirklich erstaunlich!

Insbesondere von einem Kind kamen weder die Eltern (die sich kurz zuvor getrennt hatten) noch andere Angehörige. Das Mädchen war so enttäuscht, denn sie war sogar eine Vortänzerin. Wir alle gaben unser Bestes, damit sie sich gesehen und wertgeschätzt fühlte.

Als Team haben wir in diesem Jahr daran gearbeitet, uns selbst zu verbessern, damit wir den Menschen hier besser dienen können. Unsere Lehrer und ich zum Beispiel haben vorletzte Woche ein „Stoplight“-Training in Zentraluganda besucht. Dort ging es um Emotionale Intelligenz, insbesondere darum, wie wir den Menschen um uns herum (z.B. den Kindern im Kindergarten) das Gefühl vermitteln können, gesehen, gehört und wertgeschätzt zu werden. Die andere Veranstaltung war in Jinja am Nil und dort ging es um unsere Beziehung zu Gott, unserem Vater. All das ist so gut für unser Wachstum als Team und als Diener Gottes, und wir sehen es nicht als selbstverständlich an, dass wir diese Möglichkeiten der Fortbildung hatten.

Tracy und ihre Mutter

Viele positive Veränderungen können auch bei unseren Barikiwa-Kindern (Kinder mit Behinderung) gesehen werden. Unsere Physiotherapie, Krankenhausbesuche und Seelsorge haben das Leben der Kinder und ihrer Betreuer sehr beeinflusst. Es gibt immer noch Kinder, die in Häusern versteckt werden, weil ihre Angehörigen sich ihrer schämen, aber wir hoffen, dass durch unser Programm auch diese Kinder schätzen gelernt werden.

Des Weiteren konnten wir in diesem Jahr vielen Kranken helfen. Einige hatten epileptische Anfälle und benötigen kontinuierliche Medikation und Kontrollen. Unsere krebskranken Patienten sind noch in Behandlung. Und unsere beiden Kinder mit Herzoperationen gehen zu den Nachkontrollen. Außerdem haben wir einige Kinder mit Knochenbrüchen und dann zwei Jungen, die Beinprothesen bekamen. Wir vertrauen auf Gott, dass er ihnen allen Heilung bringt!

Ich schicke euch viele Grüße mit meinem Lieblingsbibelvers Matthäus 25:40:

Wahrlich ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten
Brüdern, das habt ihr mir getan.

MaTThäus 25:40

Für mich bedeutet dieser Vers, dass jeder Mensch zu Gott gehört und dass Gott uns die Möglichkeit gegeben hat, mit anderen freundlich und mitfühlend umzugehen. Manchmal einfach mit einem Lächeln oder einer Umarmung, manchmal mit unserer Zeit und Geld. Aber wir sollten nie vergessen, dass wir es für Jesus tun. Herzliche Grüße und gesegnete Weihnachten,

Prossy Akao

Weihnachtseinkäufe in Uganda- neue Kleidung
zum Fest ist sehr wichtig!
Es gibt so viele Projekte in die
man sein Geld investieren, zum
Beispiel für den Erhalt der
Äquatorlinie! Deshalb sind wir
umso dankbarer, dass ihr euch
entschieden habt, die Arbeit von
Amuka zu unterstützen!

Rundbrief Juni 2025

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist;
der HERR aber sieht das Herz an.

1. Samuel 16:7

Liebe Freunde von Amuka!

Ich (Antje) bin vor fünf Tagen aus Uganda zurückgekommen und es ist wieder mal Zeit, euch von so vielem zu berichten. Auch wenn ihr über 6000 km von der Arbeit vor Ort entfernt seid, sind wir doch jeden Tag unserem Gott und Vater sehr dankbar, der ER durch euch diesen Dienst ermöglicht!
Ihr seid wirklich ein großes Geschenk für die Menschen in unserem Dorf.

Fast 1,5 t Maismehl

Auch in diesem Jahr gab es, wie meist im April bis Mai eine Hungerzeit, in der viele Menschen nur eine Mahlzeit pro Tag haben. Wir haben an 118 Personen aus der Family Group (wöchentliche Seminargruppe) und Barikiwa (Gruppe für Kinder mit Behinderungen) je 12kg Maismehl und 500g Erdnusspaste ausgeben.
Das war eine große Freude und hat vielen über diese schwierige Zeit geholfen.

Mit Abraham war ich ein halbes Jahr nach seiner Herzoperation im Mulago Hospital in Kampala, wo ein Langzeit‐EKG gemacht wurde. Leider scheint etwas nicht ganz in Ordnung zu sein und wir müssen im August, wenn ich wieder in Uganda bin, gleich ins Krankenhaus.

Abraham mit dem Langzeit-EKG

Die kleine Jemima hat sich nach ihrer Herzoperation gut erholt, die Eltern berichteten Prossy und mir bei einem Hausbesuch, dass sie besser atmen kann und kräftiger ist. Die Eltern bedankten sich mit diesem Brief:

Jemima mit ihrer Familie und Prossy

Liebe Freunde,
im Namen unserer Tochter Jemima schreiben wir glücklich und dankbar über eure finanzielle, Abraham mit dem moralische und geistliche Unterstützung. Als Eltern hatten wir die Hoffnung aufgegeben, denn die Kosten für die Operation waren zu hoch und unsere Ressourcen nicht ausreichend.
Wir freuen uns, euch mitteilen zu können, dass Jemima operiert wurde und ihre gesundheitliche Situation sich jeden Tag ein Stück verbessert. Wir sagen wieder und wieder Danke dafür, dass ihr Jemima neue Hoffnung im Leben gegeben habt.
Möge Gott, unser Herr euch und eure Familien segnen,
die Eltern von Jemima

Esther kann wieder
mit beiden Augen sehen


Esther, die wir über viele Jahre zu Augenärzten begleitet haben, um das Hämangiom am Auge entfernen zu lassen, geht es nach zwei Eingriffen durch deutsche Chirurgen endlich besser. Der recht große Tumor wurde entfernt und durch eine plastische Operation kann sie das Auge ein wenig öffnen und damit sehen.

Vor wenigen Wochen sah unser Wächter Simon in
einem Nachbardorf zwei Jungen, 13 und 14 Jahre alt,
die beide als Kleinkinder ein Bein verloren hatten
(durch einen Sturz vom Baum bzw. eine Knocheninfektion).

Innocent und Anthony mit Agnes


Die beiden sind Cousins und wohnen bei der Groß‐
mutter. Kurz darauf trafen wir sie und erzählten ih‐
nen von der Möglichkeit, eine Beinprothese zu bekommen. Davon hatten sie noch nie etwas gehört.
Durch unseren Freund Jens, der nahe Kampala bei einer Orthopädiewerkstatt arbeitet, die sehr hochwertige Prothesen herstellt, konnten wir wenige Tage später mit Innocent und Anthony die Reise nach Mukono antreten.
Da bei Innocents Beinstumpf die Knochen hervortreten, wurde bei ihm gestern (wieder von dem deutschen Chirurgen‐Team wie bei Esther) eine Stumpfkorrektur durchgeführt.
Nun müssen wir warten bis die Wunde verheilt und beide wieder nach Mukono reisen dürfen, um die Prothesen anfertigen zu lassen. Das ist alles ziemlich aufregend für die beiden Jungen!
In der Werkstatt bekamen sie letzte Woche erst mal neue, passende Unterarmgehhilfen.

Lehrer Marsden mit der 1. Klasse

Sehr dankbar sind wir auch für unsere Lehrer im Kindergarten: Marsden, Annet, Justine , sowie die Auszubildende Sylvia und Assistentin Ritah. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sie sich liebevoll und mit viel Geduld um die Kinder kümmern und wie sehr auch die Kinder sie lieben!
Dadurch, dass das ugandische Schulsystem sehr stark auf Auswendiglernen ausgerichtet ist, wenig auf selbständiges Denken und auch in den Vorschulen viel Wert auf Abschreiben von der Tafel Wert gelegt wird, musste ich die Lehrer immer wieder ermutigen, den Kindern viel Raum zum Spielen zu geben.

Spielerisches Unterrichtsmaterial aus
Deutschland wird entdeckt

Kürzlich waren wir nun sehr erstaunt, dass die ugandische Regierung neue Richtlinien für Kindergärten einführt, die genau dem entsprechen, was wir schon versuchen umzusetzen:

° Auf Spiel basiertes Lernen
° Maximal 25 Kinder pro Klasse
° Keine Hausaufgaben
° Keine Examen

Tatsächlich gibt es schon für 3jährige „Examen“, wobei allerdings die Lehrkräfte alles vorsagen müssen, aber die Eltern finden das ganz wichtig.

In unserer wöchentlichen „Family Group“ hatten wir in letzter Zeit Themen wie Tuberkulose, HIV und Biblische Leiterschaft. Letzte Woche sprach Samuel Bawala über Dankbarkeit und heute Jimmy und Prossy über Epheser 5 zum Thema Ehe.

Etwas, das wirklich besonders in unserem Team von 10 Mitarbeitern ist, ist dass (meistens) alle ‐ trotz einer ansonsten sehr hierarchisch geprägten Kultur ‐ gut zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen.
Die Zuständigkeitsbereiche sind nicht so stark abgegrenzt, wie anderswo. Deshalb kann auch jede und jeder sich bei den wöchentlichen Bibelstunden für die Mitarbeiter einbringen oder auch in der Family Group unterrichten, wie heute die Psychologin Prossy zusammen mit dem Wächter Jimmy.
Jeden Morgen um 7:30 kommen alle zum Gebet zusammen und donnerstags um 12:00 schrubbt das ganze Team gemeinsam unsere Versammlungshalle, egal ob Lehrerin oder Wächter.

Dorfgesundheitshelfer mit Abschlusszertifikat

Im letzten Jahr hatten wir begonnen, die, vom Distrikt eingesetzten, ehrenamtlichen Dorfgesundheitshelfer (VHT) zu schulen. Erst kamen gut 30 VHTs zu den Schulungstagen, zu den Abschlussprüfungen dann nur noch acht. Fünf haben die Tests bestanden, drei waren schon sprachlich völlig überfordert. Aber nachdem Prossy mit ihnen weiter geübt hat, haben auch diese drei bestanden. Kürzlich haben wir ihnen die Zertifikate überreicht, dazu Gummistiefel und T‐Shirts.
Wir hoffen, dass es für sie eine Ermutigung ist und dazu beiträgt, dass die Gesundheitssituation in den Dörfern verbessert wird.

Joel mit seiner Großmutter

Die besonderen Bedürfnisse unserer Barikiwa ‐ Kinder stellen uns immer wieder vor neue Herausforderungen, aber insgesamt ist es richtig toll zu sehen, wie die Mütter und Großmütter gut zusammenhalten, sich gegenseitig ermutigen und lernen, ihre Kinder als Geliebte Gottes zu sehen, nicht als Belastung oder gar Fluch.

Besonders beeindruckt mich immer die Großmutter von Joel, die den inzwischen 10järigen überall hin auf dem Rücken trägt und eine gute Kommunikation mit ihm entwickelt hat. Neulich mussten wir zum Physiotherapeuten Isaac in die Stadt, um die Fußstellung Joels durch Gipsen zu korrigieren.

Joel bekommt die Füße und Beine eingegipst
Grace liebt Seifenblasen
Tracy macht uns mit ihrem Lachen viel Freude
Im Garten freut sich Benita an den Blumen
Unser neues Bällebad

Harriet und Rosie machen uns weiterhin viel Freude, im April/Mai waren sie über die Ferien wieder in Deutschland und haben hier besonders das Zusammensein mit der Familie und die Radtouren genossen.
Sie gehen gerne in ihre Schule und machen gute Fortschritte.
Ganz besonders freuen sich die beiden, dass Orge im Oktober nach Uganda kommt.

Rose (9) und Harriet (10

Seid herzlich gegrüßt,
Orge & Antje Balack