Einer trage die Last des anderen,
Galater 6:2
so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Liebe Freunde von AMUKA!

Schon wieder ist ein halbes Jahr seit unserem letzten Rundbrief vergangen! Letzte Woche sind wir – Orge & Antje – aus Uganda zurückgekommen und es gibt viel zu berichten.
Vor einigen Monaten haben wir eine Umfrage unter den 150 regelmäßigen Teilnehmern unserer Seminargruppe am Donnerstag durchgeführt. Teilgenommen haben daran 66 Frauen und 6 Männer im Alter zwischen 20 und 90 Jahren. Wir haben ihnen Fragen zu vielen Lebensbereichen gestellt und hinterher einen Hausbesuch durchgeführt; dadurch bekamen wir nochmal einen tieferen Einblick in die Dinge, die die Dorfbevölkerung beschäftigen und hoffen, in Zukunft noch besser auf die wichtigsten Bedürfnisse eingehen zu können.
Einige Ergebnisse:
- Die Teilnehmer der „Family Group“ kommen aus 24 verschiedenen Dörfern im Umkreis.
- Sie gehören über 20 verschiedenen Kirchen an, 33% sind Katholiken, 15% Anglikaner und die anderen besuchen diverse pfingstkirchliche, charismatische oder andere Kirchen, deren Namen sie teilweise selbst nicht kannten.
- 48 der Befragten leben in traditionellen Ehen, 7 sind kirchlich getraut, 4 sind Singles, 4 leben getrennt (insgesamt sind Trennungen häufiger, aber sie suchen sich in der Regel schnell einen neuen Partner für eine traditionelle Beziehung) und 18 leben oder lebten in polygamen Beziehungen, 9 sind Witwen.
- Einkommensquellen sind: Landwirtschaft (61), Tagelöhner (9), Hühnerhaltung (15), Alkoholherstellung (6), Kleinstgewerbe (10).

Zementschütten
- 13 Frauen gaben an, dass sie körperliche Gewalt erleben, 12 verbale.
- Sechs Frauen brennen selbst Alkohol, 13 trinken und 29 sagten, dass ihre Männer trinken (bei Fragen zu Alkohol und Gewalt ist die Dunkelziffer mit Sicherheit um einiges höher).
- Bei der Frage nach dem, was am schlimmsten in unserem Distrikt ist, sagten 29 Trunksucht, 14 Gewalt, 15 Eifersucht und 6 Armut.
- Als am besten im Distrikt finden 37 AMUKA und 10 die Schulen. Nur eine Person gab an, dass Kirchen das Beste sind. Das ist ziemlich traurig, dass die Kirchen den Menschen nicht viel zu bieten haben und es erklärt auch, warum so viele AMUKA „am besten“ finden (außer dass sie das vielleicht aus Nettigkeit gesagt haben könnten). Hier bekommen sie geistliche Lehre, medizinisches Wissen, Seelsorge und praktische Hilfe; insbesondere Personen, die ansonsten stigmatisiert werden, finden ein offenes Ohr und Hilfe.

sauberen Fußboden
Einige Fragen bezogen sich auf die Häuser in denen die Menschen wohnen und wie erwartet leben die meisten in semi-permanenten Lehmhäusern mit einem Fußboden aus Lehm und Kuhdung. Dieser Bodenbelag beinhaltet so einiges an Keimen und Parasiten, da er an sich schon unhygienisch ist, aber auch nicht gereinigt werden kann, z.B. von Hühnerdreck. So verursachen diese Böden besonders bei Kleinkindern Durchfallerkrankungen und Wurmbefall.
Durch die Umfrage identifizierten wir 22 Familien mit Kindern unter sechs Jahren, denen wir einen Zementfußboden gießen wollen. (Es gibt nochmal die gleiche Zahl von Großeltern mit Kleinkindern, aber die konnten wir aus finanziellen Gründen jetzt nicht berücksichtigen).

dankbar
Inzwischen konnten bereits 15 Familien mit Zementböden versorgt werden, die übrigen 7 sollen im Juli dran kommen. Das alles ist ein riesiger logistischer Aufwand, da jeweils Sand, Steine, Zement, Maschendraht und Arbeiter organisiert werden müssen. Zudem erwarteten wir, dass die Familien, wo nötig, kleinere Reparaturen am Haus durchführen, die Hilfsarbeiter für das Schleppen von Materialien selbst stellen sowie den Arbeitern ein Essen kochen.
Prossy hat sich inzwischen zur Expertin in der Beschaffung von Baumaterialien entwickelt und unser Wächter Simon Peter arbeitet auf jeder Baustelle sehr gewissenhaft mit.

Besonders die Mütter sind unglaublich glücklich über ihre sauberen Fußböden und einige Kinder haben viel Freude daran jeden Tag den Boden zu wischen. Rundbrief-Juni_2026
Während der Hungerzeit im Mai gaben wir auch wieder Nahrungsmittelhilfe an 150 Personen aus der Family Group und Barikiwa (Kinder mit Behinderung und ihre Mütter und Großmütter) aus. Jede(r) bekam 10kg Maismehl, 500g Erdnusspaste und Samen für Spinat.

Schon einige Male haben wir euch von der kleinen Monica berichtet, die mit Hydrozephalus geboren wurde. Sie und ihre Mutter litten sehr unter der Ablehnung und Verachtung durch Angehörige und Nachbarn. Wir haben die beiden mehr als vier Jahre lang begleitet und nun ist Monica am 14. Mai nachts in den Armen ihrer Mutter gestorben. Während der Beerdigung hatten Prossy und Antje die Möglichkeit, zu der großen Menge der Besucher über Gottes Liebe zu allen Menschen zu sprechen.

von Monica
Es ist immer wieder beeindruckend, wie viele Mütter und besonders auch Großmütter sich für ihre besonderen Kinder einsetzen, auch wenn sie oft durch schwere Zeiten gehen z.B. durch häufige Krankenhausaufenthalte
Es ist immer wieder beeindruckend, wie viele Mütter und besonders auch Großmütter sich für ihre besonderen Kinder einsetzen, auch wenn sie oft durch schwere Zeiten gehen z.B. durch häufige Krankenhausaufenthalte.

kleinen Superhelden
Neulich kamen Innocent und Anthony zu Besuch und zeigten uns, wie gut sie inzwischen mit ihren Beinprothesen laufen können. Das hat uns sehr gefreut! Auch andere Kinder wurden in den letzten Monaten wieder mit orthopädischen Hilfsmitteln wie Stehgeräten, Schienen und Rollstühlen versorgt. Wir hoffen, dass es ihnen in ihrer Entwicklung immer wieder etwas hilft, aber vor allem können sie dadurch mehr am Leben teilnehmen.

Tochter immer wieder ins
Krankenhaus
Das Kindergartenjahr hat im Februar neu angefangen. Wir haben jetzt außer vier Lehrern auch Agnes und Ritah als Assistentinnen dabei, die sich besonders um die kleinsten Kinder und Kinder mit besonderen Bedürfnissen kümmern. Insgesamt kommen die Kinder jetzt regelmäßiger und die Eltern verstehen nach und nach, dass es auch wichtig ist, dass sie selbst mit den Lehrern ihrer Kinder im Gespräch sind.

Der Bible Club trifft sich weiterhin jeden Samstagnachmittag auf dem AMUKA-Gelände mit vielen motivierten „Lehrern“ und über 200 Kindern und Jugendlichen. Zu Beginn des neuen Terms Ende Mai bekamen 230 Kinder Schulmaterialien. Das hilft ihnen sehr in der Schule, denn oft bekommen sie die nötigen Hefte und Stifte nicht von ihren Eltern. Überhaupt haben viele keine enge Bindung zu ihren Eltern, bzw. wohnen gar nicht bei ihnen sondern ziehen innerhalb der Großfamilie immer wieder zu verschiedenen Verwandten. Da ist es um so wichtiger für sie, dass sie im Bible Club erfahren, dass sie wichtig sind, dass Gott ihr Vater ist und sie christliche Werte kennenlernen.

Harriet und Rosie geht es gut, sie haben im Januar sehr den vielen Schnee in Wedel genossen! Sie gehen jetzt in die 5. Klasse und nahmen während der Ferien an einem Kurs im Haare-flechten in der Bethel Baptist Church teil.
Soweit mal wieder ein kleiner Einblick in das Leben in Kimaluli, Uganda. Ganz herzlichen Dank für die Freude, die ihr so vielen Menschen dort immer wieder bereitet und super, dass sie durch euch Gottes Liebe ganz praktisch erfahren können!!!

Geschäft
Herzliche Grüße von Orge & Antje
Zum Schluss noch ein Gruß von unseren Mitarbeitern vor Ort:
Liebe Freunde!
Viele Grüße von dem AMUKA – Team. Wir möchten unseren aufrichtigen Dank an euch ausdrücken, dafür dass ihr in jeder Situation an unserer Seite steht. Ihr unterstützt uns auf so vielfältige Weise mit Lebensmittelhilfe in der Hungerzeit, Schulgebühren für unsere Kinder und Gesundheitsversorgung. Wir sagen danke, danke, danke, möge Gott euch reichlich segnen!